Gilserberg. „Sachsenhausen ist ein Dorf mit Zukunft“: Das titelte vor fünf Jahren die HNA Schwälmer Allgemeine. Damals lebten 39 Kinder in dem Gilserberger Ortsteil, die fünf Jahre und jünger waren. Von 2005 bis 2011 kamen in Sachsenhausen 27 Kinder zur Welt, in Moischeid 24. Im Kernort Gilserberg erblickten 48 Kinder das Licht der Welt. Der Nachwuchs sichert auch in den kommenden sechs Jahren den Grundschulstandort Gilserberg.
Während vielerorts die Schülerzahlen drastisch sinken und kleinere Schulen geschlossen oder zusammengefasst werden, prophezeit die Statistik der Hochlandschule konstante und sogar steigende Schülerzahlen. Heute besuchen 116 Kinder die Schule, im Schuljahr 2016/2017 werden es 120 sein.
„Wir haben im vergangenen Jahr 17 Kinder an weiterführende Schulen abgegeben und 20 neu aufgenommen“, sagt Schulleiter Gerhard Hosemann. Derzeit gibt es zwei erste Klassen, ein zweites Schuljahr und zwei dritte und vierte Klassen – unterrichtet von sieben Kollegen.
Woran das liegt? In Gilserberg würden alle Voraussetzungen erfüllt, dass sich junge Familien wohl fühlten, sagt Hosemann. Die Gemeinde sei bei der Bauplatzbeschaffung behilflich, es gebe ein so genanntes Baukindergeld. Auch die Infrastruktur sei beachtenswert. Es gebe genügend Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und andere Dienstleister wie Rechtsanwälte oder Steuerberater. In den vergangenen Jahren habe sich ein verlässliches Netzwerk zwischen Gemeinde und Schule entwickelt.
Zwar gebe es an der Hochlandschule selbst kein Betreuungsangebot. Das werde aber – inklusive eines Mittagstisches – vom benachbarten Kindergarten abgedeckt. „So lange wie die baulichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind, wird es kein Angebot geben – Betreuung kann nicht in einer Besenkammer stattfinden“, sagt der Schulleiter. Bedarf scheine es aber bislang nicht zu geben. „Von 116 Kindern nutzen drei bis vier den Mittagstisch“, erläutert er. Schule und Eltern legen jedoch Wert auf verlässliche Zeiten. Die Hochlandschule trägt seit einigen Jahren das Qualitätssiegel „Verlässliche Schule“. Das bedeutet, dass die Schule morgens ab 7.30 Uhr geöffnet ist. Der Unterricht endet täglich entweder um 12.15 Uhr oder um 13 Uhr.
„In Nordhessen sinken die Schülerzahlen dramatisch“, erklärt Hosemann. Deshalb gebe es in Südhessen einen Lehrermangel, in Nordhessen jedoch einen Überhang an Lehrern. Die Personalversorgung an der Hochlandschule sei derzeit in Ordnung.
Der Schulleiter findet es wichtig, mit den Eltern im Gespräch zu bleiben. Regelmäßig gibt es anonyme Elternbefragungen. Hosemann: „Wir müssen unsere Arbeit immer wieder neu bewerten und hinterfragen.“
Von Sandra Rose



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