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Karussell soll sich bald drehen

Treysaer Firma Holzbau Lambrecht saniert historisches Fahrgeschäft im Hanauer Kurpark

Karussell soll sich bald drehen

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Schwalmstadt. Einst nahmen die Damen mit ihren breiten Röcken auf den hölzernen Pferden Platz, setzten sich in die Kutschen und drehten ihre Runden beim Kuren: Das älteste Karussell Deutschlands steht im Hanauer Kurpark. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts drehte es sich zum letzten Mal. Nun soll das historische Stück aus dem 18. Jahrhundert renoviert werden. Den Zuschlag für die Holzarbeiten bekam die Firma Holzbau Lambrecht aus Treysa.

Kostbarkeit: Hölzerne Pferde und Kutschen drehen sich im Inneren des historischen Karussells. Birgit Füg, Klaus Gunkel und Joachim Rudewig (von links) von der Firma Holzbau Lambrecht in Treysa wollen das Karussell im Hanauer Stadtpark wieder in Gang bringen. Fotos:  Thiery

Kostbarkeit: Hölzerne Pferde und Kutschen drehen sich im Inneren des historischen Karussells. Birgit Füg, Klaus Gunkel und Joachim Rudewig (von links) von der Firma Holzbau Lambrecht in Treysa wollen das Karussell im Hanauer Stadtpark wieder in Gang bringen. Fotos:  Thiery

Damit setzt sie einen weiteren Meilenstein in der Restaurierung historischer Bauwerke. Das sei die zweite große denkmalerische Sanierung in seiner Laufbahn, sagte Joachim Rudewig, Inhaber von Holzbau Lambrecht. Vor zwei Jahren arbeiteten sie an einem Dachstuhl im Kloster Eberbach.

Menschen, Pferde, Ochsen

Kurfürst Wilhelm der Erste von Hessen Kassel legte die Kuranlage in Hanau um 1779 an. Er kurte selbst gern dort und errichtete das Kurhaus am “Guten Brunnen”, wie er ihn nannte. Die Quelle für das Wasser wurde 1709 gefunden, mittlerweile ist sie versiegt. Die Frankfurter kamen damals in Scharen, und der Erbprinz erweiterte die Anlage Stück für Stück. Im November 1779 baute er das Karussell mit den großen hölzernen Pferden und Kutschen. Seitdem war es eine der Attraktionen im Park. Das runde Gefährt wurde durch eine Drehkonstruktion im Unterbau angetrieben. Erst Menschen, dann Pferde und Ochsen liefen damals für die Herrschaften im Kreis.

Doch die Zeiten der barocken Verlustigung sind längst vorbei. Das Karussel drehte sich zuletzt auch mit einem Benzinmotor. Es wurde in den Kriegen mehrfach zerstört Ende der 1920er Jahre drehte es das letzte Mal seine Runden. Ein Abriss stand schon bevor, doch das wollten die Hanauer Bürger nicht. Ein Förderverein für das Karussell im Staatspark Hanau Wilhelmspark gründete sich 1998. Er ist auch der Auftraggeber für Lambrecht. Das gesamte Karussell besteht aus Holz, ein Teil des Antriebs unter dem Karussell ist aus Eiche. Die Konstruktion soll nun nach Jahren wieder funktionieren, zuletzt hatte der innere Fußboden den Antrieb blockiert. Setzungen und die Zerstörungen durch die Kriege hatten den Drehmechanismus zerstört.

Als erstes will Joachim Rudewig das berühmte historische Werk wieder in vielen kleinen Schritten in Gang bringen. „Es müssen die Einzelteile aus Eiche zurück verformt werden”, sagte er. Mit Schraubwinden werden die mehreren hundert Holzteile in ihre ursprüngliche Form zurückversetzt, erzählte der Fachmann. Das werde viel Zeit benötigen und sei eine echte Geduldsarbeit, sagte er. Anschließend werde er auch am Pavillon arbeiten und das Haus sanieren. Die Firma arbeitet ansonsten in der konventionellen Zimmerei und baut Häuser in Holzrahmenbauweise. Sie besteht seit 1953.

Informationen zum Karussell: www.karussell-wilhelmsbad.de.

Von Christine Thiery

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