50 rote Nelken gegen das Vergessen

Mahnung zum Antikriegstag: Gewerkschaft hatte zur Gedenkstunde auf den Trutzhainer Waldfriedhof eingeladen

50 rote Nelken gegen das Vergessen

202.09.1002.09.10|Schwalmstadt|
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift  a /  A||

Schwalmstadt. Nie wieder Krieg: So lautete die Forderung des Vorsitzenden der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW), Jochen Nagel, bei der Gedenkstunde anlässlich des Antikriegstags am Mittwoch in der Kriegsgräberstätte Trutzhain. Der DGB Ortsverband Schwalmstadt hatte den Referenten zum Friedenstag nach Trutzhain eingeladen.

Blumen gegen das Vergessen: von links Peter Boucein, Winfried Graser, Hans Gerstmann, Gerhard Hosemann und Peter Hill legten die Blumen auf die Gräber des Waldfriedhofs. Foto: Thiery

Blumen gegen das Vergessen: von links Peter Boucein, Winfried Graser, Hans Gerstmann, Gerhard Hosemann und Peter Hill legten die Blumen auf die Gräber des Waldfriedhofs. Foto: Thiery

Die GEW Hessen hatte die Kriegsgräberstätte finanziell unterstützt, um Tafeln für die Einzelgräber anzuschaffen, erklärte Hans Gerstmann. Der Ziegenhainer organisierte die Andacht am Waldfriedhof, auf dem 3000 sowjetische Kriegsgefangene ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die meisten Soldaten sind unbekannt. Das sei ein besonderer Ort der Mahnung, sagte Gerstmann: „Wir wollen daher für eine friedliche Welt einstehen.“

Der Gewerkschaftsvorsitzende wandte sich in seiner Rede gegen den Einsatz von Jugendoffizieren in Schulen: Die Schule sei kein Ort für die Rekrutierung von Berufssoldaten. Waffen schaffen keinen Frieden, sagte Jochen Nagel. Deshalb habe es sich die GEW auf die Fahnen geschrieben, die Propaganda für die Bundeswehr in den Schulen zu verhindern. Zurzeit gibt es in mehreren Bundesländern eine Kooperation von Kultusministerien und der Bundeswehr, die den Einsatz von Jugendoffizieren in Schulen regeln. Die Offiziere informieren im Unterricht über Sicherheitspolitik. Für Hessen gibt es noch keinen Beschluss. Nagel appelliert, diesen auch nicht einzugehen. Einseitiger Unterricht gehöre nicht in Bildungsstätten, so Nagel. Er möchte, dass das, was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, auch im Unterricht kontrovers erscheint. Dafür müsse immer auch die andere Seite gehört werden.

„Gegenteilige Positionen müssen diskutiert werden, damit sich die jungen Leute ein realistisches Bild machen können.“ Daher dürfe es keine Werbung für den Militärdienst in den Schulen geben. „Soldat sein, ist kein normaler Beruf“, mahnte er. Man müsse immer damit rechnen, andere töten zu müssen, oder getötet zu werden.

Im Anschluss an die Worte legten die 50 Gäste als Mahnung und Erinnerung rote Nelken auf die Grabsteine und Tafeln.

Von Christine Thiery

zurück zur Übersicht: Schwalmstadt

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Radio in neuem Fenster starten.
Streaming-Links des Internetsenders: mp3 in 128kbit/s und aac in 48kbit/s.

Kommentare

Videosaus Schwalmstadt

300NL4S1XjS5KP6_4F0ZEKch-atXF0F1Sn55G2RvXiv3uw./static/common/img/group24/videohttp://www.hna.de/videos/4133147200125736443001window

FotostreckenSchwalmstadt

zurück

vor

weitere Fotostrecken:

Meist gelesene Artikel

  • heute
  • 7 Tage
  • Meist kommentiert (7 Tage)
Treeser ließen es krachen

Treysa. Treeser Narren feiern bis es kracht, denn Humor ist wenn man trotzdem lacht: Die Mitglieder des Karnevalskomitees der Liedertafel machten ihrem Motto im 54. Kampagnenjahr am Samstagabend in der Treysaer Festhalle wirklich alle Ehre.Mehr...

Tauziehen um Wieragrund: Investor fühlt sich ausgebootet

Schwalmstadt. Ein Fragenkatalog an Schwalmstadts Bürgermeister Wilhelm Kröll sorgt derzeit in Schwalmstadt für Gesprächsstoff. Der Verwaltungschef wird darin durch ein Frankfurter Anwaltsbüro aufgefordert, zum Planungsprozess der Entwicklung des Wieragrundes einen Fragenkatalog zu beantworten.Mehr...

NachrichtenSportVideosMagazinServiceAnzeigenHNA-KartenserviceMeine HNA

Artikel lizenziert durch © hna
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.hna.de