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13-Jähriger als Brandstifter in Verdacht: Abgetaucht zum Zündeln?

Nachdem Vormundschaftsgericht Erziehungsmaßnahme angeordnet hatte, begann die Brandserie in der Kasseler Nordstadt

13-Jähriger als Brandstifter in Verdacht: Abgetaucht zum Zündeln?

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Kassel. Er ist in Polizeikreisen als Streuner bekannt: Ein 13-jähriger Junge aus Kassel soll im vergangenen Frühjahr nachts durch die Nordstadt gezogen sein und Brände in Kellern und Hauseingängen gelegt haben.

Brandstiftung im Struthbachweg 52: Mitte April vergangenen Jahres begann die Brandserie in der Nordstadt. Archivfoto:  Schachtschneider

Dass ein Kind für den Auftakt der Brandserie verantwortlich sein soll, die im Frühjahr vergangenen Jahres die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzte, darüber hatte Polizeipräsident Eckhard Sauer bereits am Dienstag informiert (HNA berichtete).

Der Junge, der demnächst seinen 14. Geburtstag feiert und damit auch erst strafmündig wird, hat die Brandstiftungen gegenüber der Kasseler Kripo abgestritten, sagt Polizeioberkommissar Tobias Beck von der Ermittlungsgruppe BASU 21. „Er hat aber noch nie etwas eingeräumt, auch wenn es offensichtlich gewesen ist, dass er der Täter war.“

Kriminaloberkommissar Horst Cäsa ist aufgrund der Ermittlungsergebnisse aber davon überzeugt, dass der 13-Jährige als Brandstifter infrage kommt.

Die Brandserie begann Mitte April 2011 in der Nordstadt. Damals war der 13-Jährige untergetaucht, nachdem ein Vormundschaftsrichter angeordnet hatte, dass der polizeibekannte Junge dringend aus seinem normalen Umfeld genommen werden müsse, um weitere Straftaten zu verhindern. Ende April sollte er deshalb an einer Erziehungsmaßnahme in Form eines Segeltörns auf der Ostsee teilnehmen. In der Zwischenzeit sei der Junge abgetaucht, habe sich auch nicht mehr bei seiner Mutter blicken lassen. Stattdessen habe er gegenüber einem Freund damit angegeben, die Brände in der Nordstadt gelegt zu haben. Die Brandserie hörte auf, nachdem der Junge Ende April an Bord des Schiffs gegangen war.

Zumindest für zwei Wochen gab es keine neuen Brände. Mitte Mai schlugen wieder Brandstifter zu. Ermittler Cäsa und seine Kollegen waren damals Nacht für Nacht unterwegs und überprüften zahlreiche Menschen, die in der Nordstadt unterwegs waren. Bei diesen Ermittlungen über drei Monate seien die Beamten auch auf viele Personen getroffen, die bereits früher polizeilich einschlägig in Erscheinung getreten seien. „Nachts läuft niemand durch die Nordstadt, der am nächsten Morgen um 7 Uhr wieder arbeiten muss“, sagt Cäsa. Ein Teil dieser Leute sei auch wegen Brandstiftungen in unterschiedlicher Form bereits aktenkundig geworden.

So auch der 48-jährige Mann aus der Nordstadt, der nach Angaben der Polizei als Trittbrettfahrer für weitere Brände dieser Serie verantwortlich sein soll. Zeugenaussagen hätten auf die Spur dieses Mannes aus der Trinkerszene geführt. Ebenso auf die Spur einer geistig verwirrten Frau aus der Nordstadt. Die 53-Jährige soll laut Zeugen mindestens für zwei der Brände verantwortlich sein.

Weder der Mann noch die Frau hätten die Taten gegenüber der Kriminalpolizei eingeräumt, sagt Cäsa. Da die Beweisführung bei Brandstiftungen generell sehr schwierig sei, seien die Ermittlungsverfahren gegen die beiden Erwachsenen eingestellt worden.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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