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Dampf und Diesel im Südflügel

Ausstellung des Stadtmuseums zu 200 Jahre Henschel und der Kasseler Industriekultur im Kulturbahnhof

Dampf und Diesel im Südflügel

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Kassel. Das Modell der ersten Henschel-Lokomotive, des Drachen, war ein Geschenk zum 100-jährigen Bestehen der Firma. Das war im Jahr 1910. Das Modell hat zwei Weltkriege überstanden und ist heute Bestandteil einer sehenswerten Ausstellung aus Anlass des 200. Jahrestages der Henschelgründung. Ab heute ist sie im Südflügel des Kulturbahnhofs geöffnet.

Mit dem Drache begann 1848 der Lokomotivbau in Kassel: Die Nachbildung gehört zur Ausstellung im Kulturbahnhof. Alexander Link (Foto) hat Exponate von Henschel bis Credé zusammengestellt. Foto:  Herzog

Mit dem Drache begann 1848 der Lokomotivbau in Kassel: Die Nachbildung gehört zur Ausstellung im Kulturbahnhof. Alexander Link (Foto) hat Exponate von Henschel bis Credé zusammengestellt. Foto:  Herzog

„Mit Dampf und Diesel“, dieser Titel der Ausstellung spielt auf die Faszination des Lokomotivbaus an. Der Drache aus dem Jahr 1848 war da nur der Anfang, Henschel stieg zum größten Lokbauer Europas und wichtigsten Arbeitgeber der Stadt auf. Kassel war Henschel - aber nicht nur. Die von Dr. Alexander Link, dem stellvertretenden Leiter des Stadtmuseums, konzipierte Ausstellung beleuchtet auch andere Aspekte der heimischen Industriekultur aus den vergangenen zwei Jahrhunderten.

Da darf natürlich der Waggonbauer Credé nicht fehlen, auf dessen ehemaligen Firmengelände in Niederzwehren sich heute das dez-Einkaufszentrum befindet. Vom Webstuhl als Symbol für die Textilindustrie mit Namen wie Salzmann und Spinnfaser bis zu den feinmechanischen Geräten von Fennel und anderen reichen die Exponate.

Es wird auch an die Tresorbauer Hölke (Hölkesches Haus) und Dallwig erinnert. Letztere hat in den 1930er-Jahren nicht nur damit geworben, dass ihre Tresore feuerfest sind, sondern das auch eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Als das Fridericianum bei einem frühen Bombenangriff im Jahr 1941 in Flammen aufging, hielt der Tresor. Darin befand sich das weltberühmte Hildebrandslied, das heute in der Murhardschen Bibliothek zu sehen ist.

Den Schwerpunkt der von der Kasseler Sparkasse finanziell unterstützten Ausstellung macht aber Henschel aus. Da ist zum Beispiel die Fahne der Sängervereinigung von 1898 zu sehen, die für den Henschel-Chor rekonstruiert wurde. Die Reitstiefel von Karl Anton Henschel (1912), eine Stechuhr aus dem Jahr 1930, der von Werner Henschel geschaffene Frisiertisch aus Marmor und angerostete Schilder aus dem Luftschutzkeller an der Mönchebergstraße.

Mit Dampf und Diesel, Ausstellung zu 200 Jahre Henschel, im Südflügel des Kulturbahnhofs, bis zum 26. Juni 2011, geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Eintritt: Erwachsene drei Euro (ermäßigt 1,50 Euro), bis 18 Jahre frei. Kontakt für Gruppenführungen Tel. 787 14 00.

Mehr über Henschel unter www.hna.de/wiki

Von Thomas Siemon

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