Doch höhere Geländer für Kassels Brücken

Stadt sieht sich durch juristisches Gutachten bestätigt

Doch höhere Geländer für Kassels Brücken

1122.01.1022.01.10|Kassel|13 Kommentare
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Kassel. In Kassel sollen noch in diesem Jahr weitere Brückengeländer erhöht werden, um die Sicherheit für Radfahrer zu gewährleisten. Das sagte gestern Stadtbaurat Norbert Witte mit Blick auf ein Gutachten, das die Stadt in Auftrag gegeben hatte.

Im vergangenen Jahr schlugen die Wogen hoch, nachdem das Straßenverkehrsamt begonnen hatte, die ersten zehn von geplanten 60 Brückengeländern aufzustocken. Kritiker bezeichneten die Nachbesserungen, die bislang 64 000 Euro gekostet haben, als Verschwendung von Steuermitteln. Nach diesem „Aufschrei des Entsetzens“, so formuliert es Witte, entschloss sich die Stadt, ein unabhängiges Gutachten zu der Geländerfrage in Auftrag zu geben. Der Nürnberger Jurist Martin Kühnlein, Fachanwalt für Verwaltungs- und Haftpflichtrecht, sei zu dem Ergebnis gekommen, dass nicht nur für neue Brücken eine Geländerhöhe von 1,30 Meter erforderlich sei. Eine Kommune sei durchaus verpflichtet, den Bestand zu sichern. „Die Stadt Kassel darf nicht sehenden Auges eine konkrete Gefahrenlage belassen“, betont Kühnlein.

„Das Gutachten stützt unseren Standpunkt“, sagt Witte. Man werde jetzt erneut eine Risikoanalyse der Bauwerke vornehmen. Dabei spiele es eine Rolle, wie hoch eine Brücke ist, wie es um das Gefahrenpotenzial darunter bestellt und wie hoch das Verkehrsaufkommen dort ist. Bei der ursprünglichen Planung sei die Stadt davon ausgegangen, dass 18 Brücken dringend ein höheres Geländer benötigten. Zehn seien umgebaut, die restlichen acht Geländer sollen laut Witte noch in diesem Jahr für 50 000 bis 60 000 Euro aufgestockt werden. Um 42 weitere Brücken mit niedrigem Geländer kümmere man sich später.

Witte weist Einwände zurück, dass es bislang in Kassel ja keine Unfälle wegen zu niedriger Geländer gegeben habe. Die Stadt habe auch viel Geld in den Brandschutz der Schulen investiert - vorbeugend, ohne einen tragischen Anlass.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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