2219.08.1019.08.10|Kassel|30 Kommentare
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Kassel. Kreiskonferenz und Kreisvorstand der Kasseler CDU haben gestern Abend getagt - und eine Überraschung ist dabei herausgekommen: Ernst Wegener soll bei der Oberbürgermeister-Wahl im März 2011 für die Union kandidieren.
Ein Parteitag muss die Nominierung noch bestätigen. Der 55-jährige Ministerialrat Wegener ist stellvertretender Leiter der Abteilung Kultur und Kunst im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.
Vorher war er 15 Jahre Redakteur bei einem Fernsehsender und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zumindest in Kassels Museen dürfte Wegener sich auskennen: Von April bis Juli 2009 war er kommissarischer Leiter der Museumslandschaft Hessen Kassel, bis die nach dem Weggang Dr. Michael Eissenhauers frei gewordene Stelle von Prof. Bernd Küster besetzt wurde.
Der Kunsthistoriker kümmert sich im Auftrag von Ministerin Eva Kühne-Hörmann, die auch Kassels CDU-Kreisvorsitzende ist, zudem um die Welterbe-Bewerbung des Berparks. Wegener wurde in Witzenhausen geboren. Er ist verwitwet und hat zwei erwachsene Töchter. Die CDU hatte urspünglich schon vor den Sommerferien bekanntgeben wollen, wer für sie gegen den Amtsinhaber Bertram Hilgen (SPD) antritt.
Nach Informationen der HNA waren vom CDU-Vorstand in den vergangenen Monaten mehrere potenzielle Kandidaten aus Kassel angesprochen worden, hatten es jedoch abgelehnt, an der Spitze der Union in den Kommunalwahlkampf zu ziehen. (hai)
Eine Überraschung wollte die CDU präsentieren - das ist ihr mit dem OB-Kandidaten Ernst Wegener gelungen. Der Historiker aus dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst ist ein intelligenter und sympathischer Mensch.
Man kann aber auch sagen: Der Ministerialbeamte aus Wiesbaden betreut zwar unsere Museumslandschaft und das Welterbe, ist aber kein erfahrener Politiker und auch nicht in Kassel verwurzelt - das reicht nicht, um die Wahl zu gewinnen.
Diese Nominierung zeigt das Grundproblem der Kasseler CDU: Niemand mit Stallgeruch und Profil ist fähig oder bereit, die wichtigste Kandidatur der nächsten Jahre zu übernehmen. Das wirft ein schlechtes Licht auf Eva Kühne-Hörmann. Als Parteichefin hat sie alle Macht an sich gezogen und nicht zugelassen, dass jemand an ihrer Seite stark genug wird, um aussichtsreich gegen Bertram Hilgen anzutreten.
Nun schickt sie einen nur Fachleuten bekannten Mitarbeiter ihres Ministeriums vor. Schade, der Wahlkampf hätte spannend werden können - auch wenn die Ministerin selbst angetreten wäre.
Von Uli Hagemeier

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