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Forschung ist weltweit gefragt

Kasseler Firma Targos entwickelt Krebsmedikamente - Mit internationalen Preisen ausgezeichnet

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Kassel. Vermutlich noch in diesem Monat kommt in Deutschland ein neues Medikament zur Behandlung von Hautkrebs-Patienten auf den Markt, an dessen Entwicklung die Kasseler Firma Targos einen wesentlichen Anteil hatte.

© Targos/nh

Blick durchs Mikroskop: Dr. Iris Nagelmeier beurteilt eine Gewebeprobe.

Die rund 70 Mitarbeiter des auf die Analyse von sogenannten Biomarkern spezialisierten Unternehmens sind nicht nur stolz auf diesen Erfolg: Innerhalb kurzer Zeit wurde die Kasseler Firma gleich mit zwei internationalen Preisen ausgezeichnet.

Josef Rüschoff

So erhielt Targos den „STEP Award 2011“ in der Kategorie Markt und Kunde, weil man einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung gezielter Therapien und begleitender Diagnostika im Bereich der personalisierten Medizin leiste. Den internationalen Preis „Frost & Sullivan Award for Costumer Service Leadership 2012“ wird Geschäftsführer Dr. Thomas Henkel demnächst in London entgegennehmen. Dieser honoriert, dass Targos durch seine Qualität und Kundenorientierung und die schnelle Bearbeitungszeit herausragt.

In konkreten Fall heißt das, dass zum Beispiel die Gewebeprobe eines Patienten aus Peru innerhalb von 24 Stunden begutachtet und das Ergebnis zurückgeschickt ist. Per Kurier treffen täglich 50 bis 100 solcher Gewebeproben an der Germaniastraße 7 in Kassel ein. Seit der Gründung des diagnostischen Forschungsunternehmens wurden hier rund 55 000 Patientenproben analysiert.

Darunter auch solche Proben, die zu einer Studie zur Zulassung eines neuen Krebsmedikaments für Patienten mit Melanomen (schwarzer Hautkrebs) gehören. Die Molekularbiologen und Pathologen wendeten dafür auch einen neu entwickelten Test an, der es ermöglicht, die Patienten herauszufinden, deren Tumor eine bestimmte Mutation für ein Signalprotein aufweist. Dieses ist besonders aktiv und aggressiv, kann aber mit dem neuen Krebsmedikament gezielt ausgeschaltet werden. „Dieses Medikament kommt für 40 bis 50 Prozent der betroffenen Patienten infrage“, erläutert der medizinische Leiter von Targos und Senior-Partner der Pathologie Nordhessen, Prof. Josef Rüschoff. Mitunter könne es die Überlebenszeit sogar um Jahre verlängern.

Bereits an über 75 Studien haben die Kasseler Experten mitgearbeitet, zurzeit laufen hier 35 Projekte. Dabei arbeitet Targos eng mit den Experten der Pathologie Nordhessen zusammen. Bei den Untersuchungen und Tests geht es darum herauszufinden, ob Medikamente wirklich sinnvoll sind, und wenn ja, für welche Patienten sie geeignet sind.

Das sei auch wirtschaftlich gesehen wichtig, betont Rüschoff, denn solch teure Medikamente seien sonst unbezahlbar für das Gesundheitswesen, wenn sie nicht gezielt eingesetzt werden. Es gehe gleichzeitig auch darum, Patienten, die auf ein Medikament nicht ansprechen würden, unnötige Nebenwirkungen zu ersparen.

Und: „Wir tragen dazu bei, dass von den vielen Ideen, die im Labor entstehen, mehr bei den Patienten ankommen“, sagt Henkel.

Von Martina Heise-Thonicke

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