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Kampf dem Katzenjammer

Tierschützer fordern Kastrationspflicht für Stubentiger - Stadt erwägt Verordnung

Gegen Katzenjammer: Kassel plant Kastrationspflicht

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Kassel. An Weihnachten sind Haustiere beliebte Geschenke. Besonders Katzen stehen jedes Jahr auf zahlreichen Wunschzetteln. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele von ihnen nicht kastriert werden, sich unkontrolliert vermehren und so zum Problem werden.

Tierschützer fordern Kastrationspflicht: Katzen sind bereits im ersten Lebensjahr geschlechtsreif. Foto:  Kausch

Um dem Katzenjammer zu begegnen, denkt die Stadt Kassel jetzt offenbar über eine Verordnung nach.

„Das Problem gäbe es nicht, würde es eine allgemeine Kastrationspflicht für Katzen geben“, sagt Susanne Grieser. Weil es diese hierzulande - anders als beispielsweise in Österreich - noch nicht gibt, sparten sich viele Tierhalter die Kosten für den medizinischen Eingriff, glaubt die Kasseler Tierfreundin. Mit Gudrun Damme aus Immenhausen und drei weiteren Frauen kümmert sich Grieser privat um heimatlose Katzen in der Region.

Susanne Grieser

Sie fangen die Tiere ein, lassen sie tierärztlich kastrieren und suchen ihnen ein neues Zuhause. Mehr als 250 Katzen haben sie nach eigenen Angaben allein in diesem Jahr zum Tierarzt gebracht und etwa 100 von ihnen vermitteln können. „Die meisten Tierheime sind leider brechend voll, und das Elend wird immer größer“, sagt Damme.

Auch im Kasseler Veterinäramt ist das Problem bekannt. „Wir wissen, dass es beispielsweise am Holländischen Platz und in der Unterneustadt sehr viele herumstreunende Katzen gibt“, sagt Dr. Heiko Purkl, Leiter der Abteilung Tierschutz und Tierseuchenbekämpfung der Stadt Kassel, auf HNA-Anfrage. „Katzenhaltern, die ihren unkastrierten Tieren Freilauf gewähren, muss klar sein, dass sie zur Katzen-Schwemme beitragen“, betont er.

Paderborn Vorreiter

Gudrun Damme

Bundesweit wird in immer mehr Städten über eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für Katzen diskutiert. Paderborn hat den Anfang gemacht: Als erste deutsche Kommune erließ die ostwestfälische Stadt im Januar 2009 die Auflage, alle Freigängerkatzen zu kastrieren - laut Tierschutzbund sind Paderborn bislang 70 Städte und Gemeinden aus Niedersachsen und NRW gefolgt.

Hintergrund

Katzen sind bereits im ersten Lebensjahr geschlechtsreif. Sie bekommen in der Regel zweimal pro Jahr Nachwuchs, jeweils zwischen zwei und sechs Welpen. Damit sie sich nicht unkontrolliert vermehren und Krankheiten übertragen, empfiehlt unter anderem auch die Bundestierärztekammer, Katzen mit Freigang zu kastrieren. Der Eingriff ist für das Tier ungefährlich und kostet bei weiblichen Katzen zwischen 80 und 130 Euro, bei Katern etwa 50 bis 70 Euro. (psn)

Doch auch in Kassel gibt es Überlegungen, Katzenhalter in die Verantwortung zu nehmen. So sollen sie verpflichtet werden, ihre Tiere sowohl kastrieren als auch registrieren sowie mit einem Mikrochip kennzeichnen zu lassen, damit Fundtiere zugeordnet werden können. „Die Stadt ist dabei, eine entsprechende Verordnung auf den Weg zu bringen“, sagt Purkl - ohne jedoch Details zu nennen.

Susanne Grieser und Gudrun Damme lässt das hoffen. Sie suchen indes weiter nach Bauernhöfen, die heimatlose Katzen aufnehmen. Für die anstehenden Feiertage wünschen sie sich, dass Katzen nur dann unterm Weihnachtsbaum schnurren, wenn er verantwortungsvollen Tierfreunden gehört.

Infos: Gudrun Damme, Tel. 0 56 73/61 62, oder per E-Mail: funk.damme@t-online.de

Von Sebastian Schaffner

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