Grillunfälle treffen häufig Kinder

Ärzte-Arbeitskreis tagt in Kassel

Grillunfälle: Häufig sind Kinder Opfer

413.05.1013.05.10|Kassel|4 Kommentare
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Kassel. Mehr als 6000 Kinder in Deutschland müssen jährlich wegen schwerer Verbrennungen oder Verbrühungen im Krankenhaus behandelt werden. Insbesondere bei Grillunfällen werden Kinder häufig im Gesichts- Halsbereich meist durch den Gebrauch von Brandbeschleunigern verletzt.

Um dieses Thema, aber auch um moderne Behandlungsmöglichkeiten und die nötige intensive Nachbehandlung betroffener Patienten geht es bei der Jahrestagung des Arbeitskreises „Das schwerstbrandverletzte Kind“, die am Wochenende in Kassel stattfindet. Über 200 Experten und Therapeuten treffen sich dazu, um sich über die neuesten Erkenntnisse auszutauschen. Tagungsleiter ist Dr. Peter Illing, Chefarzt des Kinderkrankenhauses Park Schönfeld, das seit 1996 das einzige Zentrum für schwerstbrandverletzte Kinder in Hessen ist.

Die Gefahr, die von Brandbeschleunigern ausgeht, werde häufig unterschätzt, mahnt der Leiter der Schwerstbrandverletzteneinheit am Kinderkrankenhaus, Dr. Joachim Suß.„Durch die extrem hohe Hitze reicht schon der Bruchteil einer Sekunde aus, um bei Kindern irreparable Hautschäden hervorzurufen“, sagt er. Plötzliche Verpuffungen und hohe Stichflammen träfen sowohl die Verursacher als auch Unbeteiligte, die sich in der Nähe aufhielten. Die tiefgradigen Verbrennungen könnten oft nur durch Hauttransplantationen behandelt werden. Dennoch blieben die Opfer von Grillunfällen häufig lebenslang durch Narben gezeichnet.

Auch der unsachgemäße Gebrauch von Knallkörpern führe immer wieder zu dramatischen Verletzungen von Kindern. Diese spezielle Verletzungsform und die Verletzungen der Hand werden bei der Medizinertagung ebenfalls besprochen.

Bei der Tagung vertreten ist auch auch Paulinchen, die Initiative für brandverletzte Kinder e.V. Sie wurde 1993 gegründet, um durch Aufklärung diese schweren Unfälle zu verhindern, um Familien nach Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen ihrer Kinder zu beraten und um bei Problemen in der Rehabilitationszeit zu helfen. Infos darüber gibt es im Internet unter www.paulinchen.de. (hei)

Tipps zum sicheren Grillen

Um Verbrennungen zu vermeiden, sollte man folgende Tipps befolgen:

• Grillgeräte kippsicher im Windschatten und in sicherer Entfernung von anderen brennbaren Materialien aufstellen

• feste Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden

• niemals Spiritus oder andere Brandbeschleunigern verwenden, weder zum Anzünden noch zum Nachschütten auf zu langsam brennende Grillholzkohle

• den Grill nicht unbeaufsichtigt lassen

• den Grill nicht von Kindern bedienen oder anzünden lassen

• Kinder dürfen nicht in Reichweite des Grills spielen - Sicherheitsabstand von mindestens zwei bis drei Meter

• Grillfeuer und die Glut nach dem Grillen vollständig löschen und auskühlen lassen - auch dabei nicht unbeaufsichtigt lassen

• einen Kübel mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke zum Löschen des Grillfeuers bereithalten

• brennendes Fett niemals mit Wasser, sondern durch Abdecken löschen. Wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Verbrennungen: Die verbrannten Stellen sofort für 10 bis 15 Minuten mit Wasser (nicht kälter als 15°C) kühlen und den Notarzt rufen beziehungsweise den Arzt aufsuchen.

Quelle: www.paulinchen.de

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