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Henschel-Pfad am Holländischen Platz

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Kassel. Wo heute in der Uni-Bibliothek gelesen und gearbeitet wird, wurden früher zehntausende Henschel-Loks montiert. Auf die Vorgeschichte des Campus am Holländischen Platz (Hopla) als Produktionsstandort der Firma Henschel soll künftig ein „Weg der Erinnerung“ hinweisen.

© Stadtmuseum

Henschel-Geschichte auf dem heutigen Campus: Die Zeichnung aus dem Jahr 1837 zeigt die damalige Gießerei und die Schlote der Henschelei. Das Gießhaus und einer der Schornsteine stehen heute noch auf dem Uni-Gelände.

Am heutigen Mittwoch wird im Senat der Hochschule über das Thema beraten. Eine Senatskommission, die vom Asta-Vorsitzenden Sebastian Weise-Kusche koordiniert wurde, hat ein Konzept ausgearbeitet, über das jetzt abgestimmt werden soll.

Dem Entwurf zufolge sind neun Stationen auf dem Campus vorgesehen, an denen auf Tafeln mit Texten und Bildern an die Henschel-Vergangenheit erinnert werden soll. Wo heute beispielsweise das Rechenzentrum der Hochschule steht, entstanden in den 1940er-Jahren Flugabwehr- und Panzerabwehrkanonen. Und unweit des K19, wo Partys steigen, mussten im Krieg Zwangsarbeiter für Henschel Waggons beladen.

Das 1810 als Gießerei Henschel und Sohn gegründete Unternehmen stellte zunächst Dampfmaschinen, später vor allem Lokomotiven her. 1837 entstand ein Werk am Holländischen Platz. „Die Vorgeschichte des Campus ist bisher leider kaum sichtbar“, sagt Sebastian Weise-Kusche. „Abgesehen vom Schornstein an der Mensa, um dessen frühere Verwendung viele gar nicht wissen, weist kaum etwas auf den früheren Henschel-Standort hin.“

Aus dem Archiv: Bilder von Henschel-Lok

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Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Kasseler Unternehmens, das im Zweiten Weltkrieg Rüstungsgüter produzierte und tausende Zwangsarbeiter beschäftigte, sei aber wichtig. Gerade vor diesem Hintergrund sei auch ein Mahnmal vorgesehen, das die Verantwortung des Menschen für Technik und Wissenschaft thematisieren soll. Dieses soll auf dem Campus-Nord entstehen, der in den nächsten Jahren bebaut wird. Auch das Kunstwerk „Die Rampe“ an der Moritzstraße, das sich mit Deportation und Zwangsarbeit im Dritten Reich auseinandersetzt, soll Teil des Erinnerungs-Parcours auf dem Campus sein.

In der ersten Phase des Projekts, dessen Kosten mit 29.000 Euro veranschlagt sind, sollen zunächst neun Tafeln an den Standorten ehemaliger Henschel-Gebäude auf dem Campus aufgestellt werden. Ausgangspunkt des Rundgangs soll das K10 am Holländischen Platz sein. Es ist neben dem K19 das einzige erhaltene Gebäude auf dem Campus, das noch die alte Henschel-Bezeichnung trägt: Das „K“ stand für den Firmenstandort Kassel.

Neben den Erläuterungstafeln soll eine Broschüre mit allgemeinen Informationen zur Henschel-Geschichte auf dem Campus gedruckt werden. Außerdem sollen die ehemaligen Drehscheiben zum Rangieren der Loks auf dem heutigen Uni-Gelände wieder sichtbar gemacht werden. In den Boden eingelassene Stahlkanten könnten an die Schienenwege am ehemaligen Henschelstandort erinnern und zugleich die Stationen des Informations-Pfads verbinden. Als neue Technologie zum Erschließen der Technikgeschichte soll zudem eine Handy-Anwendung (App) entwickelt werden, mit der man sich auf dem Weg der Erinnerung leiten lassen kann.

Von Katja Rudolph

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