319.02.1019.02.10|Kassel|
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Kassel / Zierenberg. Mit Herbie hat alles angefangen. Als Tobias Witt in jungen Jahren den legendären Volkswagen im Fernsehen sah, träumte er davon, auch einmal einen Herbie zu fahren.

© HNA
Tobias Witt (31) aus Burghasungen, VW Käfer (1973), blutorange, Sondermodell: "Drei Käfer auf Extratour
Vor zehn Jahren hat sich der heute 31-Jährige aus Zierenberg-Burghasungen seinen Wunsch erfüllt und einen VW Käfer 1200 gekauft. Auch wenn seiner nicht von selbst fährt, nicht alle anderen Autos abhängt und auch nicht die Wände hochfahren kann - Witt ist stolz auf seinen Käfer. Im Winter 2001, sagt der Kfz-Meister, habe er das Fahrzeug in seiner Werkstatt unter die Lupe genommen. „Da bemerkte ich, dass das Auto ein Blender war.“
Denn der Vorbesitzer habe nur sporadisch eine so genannte Verkaufslackierung auf die Karosserie aufgetragen, um das damals bereits 28 Jahre alte Vehikel besser verkaufen zu können, vermutet Witt. Der Unterbodenschutz habe nur aus Gips und aufgenieteten Blechen bestanden, „die Karosse war total verrostet und unrettbar verloren“, erinnert sich Witt.
So habe er das Auto bis auf die letzte Schraube zerlegt, einem Freund die Karosserie seines Mexikokäfers abgekauft, das Blechgerüst dem deutschen Modell entsprechend umgebaut und auf das Fahrgestell montiert. Witt, der VW-Modellautos und funkferngesteuerte Käfer-Modelle sammelt, interessiert sich auch für die Vorgeschichte seines Oldtimers.
Deshalb hat er bei VW mithilfe der Fahrgestellnummer eine Fahrzeug-Identitätsurkunde angefordert. Ihr entnahm er, dass sein Käfer damals, Baujahr 1973, für 5890 Mark als blutorange lackiertes, nur 3000 Mal hergestelltes Sondermodell „Drei Käfer auf Extratour“ verkauft wurde und 34 PS hatte. Heute hat sein Kugelporsche, wie der Käfer auch scherzhaft genannt wird, etwa 65 PS, einen Doppelvergaser und 1600 Kubikzentimeter Hubraum.
Die Sonderausstattung des Aktionsmodells mag Anfang der 1970er-Jahre die Käferfreunde verblüfft haben: Beifahrerhaltegriff, Kraftstoffvorratsanzeige und eine beheizbare Heckscheibe - heute ist das alles selbstverständlich. „Die Innenausstattung ist noch original“, sagt Witt, „auch die Farbe entspricht wieder der früheren Lackierung.“ 2003 habe er den Käfer fertig restauriert und sei bis heute etwa 30 000 Kilometer gefahren.
Besonders fasziniere ihn am Käfer die Technik. „Das, was ich jeden Tag beruflich an neuen Autos repariere, ist an meinem erst gar nicht dran“, sagt der Schrauber vom Fach lachend, Käfer bedeute noch pure Mechanik. „Bis zum Frühling muss ich noch die Stoßstange lackieren und neue Räder aufziehen“, sagt Tobias Witt. Dann reist er traditionell zu Käfertreffen, um sich mit anderen Herbiefreunden über ihre automobilen Klassiker auszutauschen.
Von Sebastian Schaffner

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