HNA-Sommer-Open-Air bricht alle Rekorde

HNA-Sommer-Open-Air bricht alle Rekorde

6322.08.1022.08.10|Kassel|33 Kommentare
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Kassel. Nach der Pause verkündete es auch Moderator Herbert Feuerstein von der Bühne: „Wir haben einen neuen Publikumsrekord: 25000 Zuschauer. Vielen Dank, dass sie gekommen sind und vielen Dank, dass sie in der Pause geblieben sind.“

© Malmus

Die schönsten Bilder des Sommer-Open-Air-Konzerts

Letzteres war für die Besucher des dritten HNA Sommer Open Airs selbstverständlich, denn dieser Abend machte einfach Lust auf mehr.

Um 20.05 Uhr betrat Patrik Ringborg im weißen Jackett die Bühne, schwenkte seinen Strohhut zur Begrüßung des Publikums und stimmte mit der so genannten „Eurovisionshymne“ (das Prélude zum „Te Deum“ von Jaques Charpentier) auf die kommenden zweieinhalb Stunden ein.

Zu diesem Zeitpunkt kamen immer noch hunderte von Besuchern die Gustav Mahler Treppe hinunter zur Karlswiese – ein Zustrom, mit dem niemand gerechnet hatte.

15000 Zuschauer hatte man aufgrund der guten Resonanz der letzten beiden Jahre erwarten. Diese Zahl war nach Angaben der Feuerwehr bereits um 19 Uhr weit überschritten. Am Ende wurden es 25000.

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Sehr zur Freude von Moderator Herbert Feuerstein, der sich den Zuschauern auf dem hinteren Teil der Karlswiese mit den Worten vorstellte: „Ich begrüße auch die Zuschauer, die mich nicht sehen. Ich bin der große Blonde mit dem Vollbart.“

Dann ging es mit „Ombra ma il fu“, der wohl berühmtesten Arie von Georg Friedrich Händel, weiter im Musikprogramm. Danach folgte ein Kuriosum: Die Ouvertüre zu György Ligetis Oper „Le Grand Macabre“ wird nur auf Autohupen gespielt.

Weiter hinten auf der Karlswiese gab es zunächst einige Probleme mit dem Ton. Die Moderation war teilweise überhaupt nicht, das Orchester nur sehr leise zu hören. Grund dafür war ein ausgefallener Computer, der dafür sorgen sollte, dass die Musik hinten zum gleichen Zeitpunkt ankommt wie vorne vor der Bühne.

Das Malheur war behoben als das Staatsorchester nach einer weiteren Händel-Komposition („Lo ti braccio“ aus der Oper Rodelinda) zum musikalisch schwierigsten Stück des Abends kam, der Ballett-Musik „Romeo und Julia“ von Sergej Prokofiew.

In der Pause gab es Schlangen vor den Toiletten und an den Bratwurstständen. Die Getränke gingen fix über die Theken. „Wir sind etwas erstaunt, dass Klassikhörer doch so sehr Bratwurst mögen“, sagte Christel Rudolph von der Firma Rudolph Catering, die für die Bewirtung sorgte.

Herbert Feuerstein entschuldigte sich nach der Pause noch einmal für den Tonausfall zu Beginn des Konzertes im hinteren Bereich, dann ging es musikalisch mit Hugo Alfvéns „Festspiel, Opus 25“ weiter, einem hierzulande relativ unbekannten Stück eines ebenso relativ unbekannten Komponisten. In Schweden ist diese Komposition jedoch das, was für die Engländer das „Pomp and Circumstance“ (Edward Elgar) ist – also die zweite Nationalhymne.

Mit zwei Filmmusiken, aus „Now Voyager“ und „Dangerous Moonlight“, zeigte das Staatsorchester, wie sehr es diese Musikgattung mag, dann gab es wieder eine Überraschung, denn wer hätte schon mit einem Song von Beyoncé gerechnet? Mehr noch: Ihr „Listen“, ein Song aus dem Film Dreamgirls, war für viele Zuschauer der Höhepunkt des Abends.

Doch Patrik Ringborg und das Staatsorchester setzten noch einen drauf: „Fantasia on British Sea Songs“ von Henry Wood, die krönende Schlussmusik der „Last Night of the Proms“ in London, bei der die Engländer immer ausflippen. Und als dazu über dem Gelände der Goldregen und die Wasserfälle des Phönixx-Feuertheaters herunter gingen, wurde die Orangerie tatsächlich zur Royal Albert Hall und die Karlswiese zum Hyde Park.

Grenzenloser Jubel, tosender Applaus. Man konnte wirklich nur noch sagen „Thank you for the music“. Mit diesem Abba-Hit wurden 25000 Zuschauer in eine mondbeschienene Sommernacht entlassen. Auf Wiedersehen und –hören im nächsten Jahr.

Von Wilhelm Ditzel

Das Konzert wurde neben der HNA vom Staatstheater Kassel, der museumslandschaft hessen kassel und Mercedes-Benz präsentiert.

So war das Sommer-Open-Air 2009

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