1303.09.1003.09.10|Kassel|11 Kommentare
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Kassel. Der Sanierung des Hotels Reiss am Kulturbahnhof steht nichts mehr im Weg. Die Finanzierung ist nach Angaben des Kasseler Architekturbüros Sprengwerk nun gesichert.

So soll es werden: Das Hotel Reiss am Kulturbahnhof soll behutsam saniert und umgebaut werden. Der bekannte Schriftzug bleibt erhalten. Illustration: Architekturbüro Sprengwerk
Die Hotel Reiss GmbH um den israelischen Projektentwickler Moshe Sand will fünf Millionen Euro in das Kasseler Traditionshaus investieren. Es soll bis August 2011 zu einem Kunst- und Kulturhotel ausgebaut werden. Mitte Oktober wollen die Architekten den Bauantrag einreichen. Bis die Baugenehmigung kommt, sollen weitere Vorarbeiten wie kleinere Abbrucharbeiten erledigt und erste größere Arbeiten ausgeschrieben werden. Das Sprengwerk-Team, das viel Erfahrung mit der Sanierung von Altbauten mitbringt, und das Kasseler Büro Foundation 5+ sind für die Sanierungs- und Ausbauplanung verantwortlich. Beide Büros haben bereits beim denkmalgeschützten Karlshospital zusammengearbeitet.
Laut Sprengwerk-Architekt Matthias Tunnemann sind inzwischen die Aufträge an die Fachplaner für Brandschutz, Haustechnik und Statik vergeben worden. Ein Innenarchitekt erarbeitet zurzeit Vorschläge für die Inneneinrichtung. Zum Teil müssten Decken freigelegt werden, um die Tragkonstruktion zu untersuchen und Bewehrungen zu prüfen, sagt Tunnemann.
In dem 1952 erbauten Traditionshotel, das etliche Jahre leer stand, liegt vieles im Argen. Ende des Monats soll der Taubendreck in dem 400 Quadratmeter großen Raum über dem alten Ballsaal entfernt werden, sodass er ohne Schutzanzug betreten werden kann. In dem nicht mehr genutzten einstigen Kinosaal haben jahrelang Tauben genistet, die über das schadhafte und inzwischen geschlossene Dach ins Innere gelangten. Möglicherweise wird die dOCUMENTA 13 den Raum für die Weltkunstausstellung 2012 nutzen. Die künstlerische Leiterin, Carolyn Christov-Bakargiev, ist bereits mehrmals vor Ort gewesen.
Große Veränderungen wird es auch im Erdgeschoss geben, wo Lobby und Restaurant liegen. Der Haupteingang wird an die Seite verlegt, wo es zum Ballsaal ging. Auf einer Terrasse zwischen altem und neuem Eingang sollen im Sommer Gäste bewirtet werden. Das Hotel Reiss wird seinen Namen behalten. Der bekannte Schriftzug soll auch künftig die Fassade zieren.
Von Ellen Schwaab

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