Die Aidshilfe Kassel bietet unter anderem kostenlose und anonyme HIV-Tests an. Dabei stellt ein Arzt anhand einer entnommenen Blutprobe fest, ob eine HIV-Infektion vorliegt. Im vergangenen Jahr gab es 172 Untersuchungen.
Bei 30 Klienten handelte es sich um heterosexuelle Freier, also um Männer, die Prostituierte besuchen. Sie kamen zur Aidshilfe weil sie befürchteten, sich mit dem HI-Virus angesteckt zu haben. Oft suchten Freier lieber die Aidshilfe auf, als zum Hausarzt zu gehen, sagt der Geschäftsführer der Aidshilfe, Rainer Schultz. Wir befragten ihn dazu.
Herr Schultz, was sind das für Männer, die Freier, die zu Ihnen kommen?
Rainer Schultz. Geschäftsführer der Aidshilfe Kassel.Schultz: In Anbetracht von Statistiken, die besagen, dass jeder sechste Mann regelmäßig zu Prostituierten geht, handelt es sich um einen breiten Querschnitt der Gesellschaft. Dementsprechend kommen die Männer aus unterschiedlichen sozialen Situationen. Deshalb müssen wir auch ein sehr differenziertes Angebot machen. Es gibt Männer, die gehen selbstbewusst in das Gespräch und andere mit extremen Ängsten.
Gibt es bei den Besuchen von Freiern in den Räumen der Aidshilfe Spitzenzeiten?
Rainer Schultz: Nach den Ferien, aber auch nach Messen in Frankfurt und Hannover merken wir eine deutlich verstärkte Nachfrage nach unserem Beratungsangebot.
Sie bieten Freiern auch Beratungsgespräche an. Worum geht es dabei in erster Linie?
Schultz: Prostitution ist noch immer ein tabuisiertes Thema - auch bei den Freiern. Das bedeutet für sie Schwierigkeiten, sich selbst zu schützen. Insofern stehen Fragen von Übertragungswegen und eine Risikoabschätzung im Mittelpunkt. Die zentrale Frage lautet in den meisten Fällen: Kann was passiert sein? Dann haben wir die Möglichkeit, einen HIV-Test zu machen.
Aber auch für Männer, deren Kenntnis über Aids groß ist, können irrationale Ängste im Raum stehen. Eben weil das eigene Verhalten oft mit Scham besetzt ist. Großen Raum nimmt die Frage ein: Wie gehe ich mit dem Thema in der Partnerschaft um? Was bedeutet das für meine Partnerin? Das ist für viele Freier die größte Schwierigkeit.
Müssen Sie Ihren Klienten oft mitteilen, dass sie sich angesteckt haben?
Schultz: Nein, das ist zum Glück die Ausnahme.
Worin besteht Ihre Hilfe?
Schultz: In Beratung rund um das Thema HIV und sexuell übertragbare Krankheiten. Wir arbeiten mit Ärzten zusammen und können gegebenenfalls die Klienten weitervermitteln.
Was ist wünschenswert oder verbesserungswürdig?
Schultz: Mit dem gemeinsamen Projekt, das wir mit dem Verein Frauen informieren Frauen machen, möchten wir die Arbeit vor Ort intensivieren. Außerdem wollen wir im Online-Bereich aktiver werden. Damit versprechen wir uns eine noch bessere Möglichkeit, Kontakt zu den Freiern aufzunehmen.
Von Christina Hein
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(18.9)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.1)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(14.0)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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