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Kalilauge: Zum Meer oder zur Weser?

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Kassel. Wie soll das Salzwasser aus den K+S-Fabriken vom Landkreis Hersfeld-Rotenburg in die Nordsee gelangen? Über diese Frage wird schon lange diskutiert. Die Abwasser-Fernleitung aus dem Kalirevier zur Küste will das Land Niedersachsen nicht.

Der „Monte Kali“: Dieser Blick über die Werra bei Dankmarshausen (Wartburgkreis) zeigt die in Hessen gelegene Abraumhalde aus dem Kalibergbau. Foto: dpa/Archiv

Dieses Rohr könnte der Werra und der Weser das Salzwasser aus Werken und von Abraumhalden komplett ersparen. Die abgespeckte Variante, die irgendwo an der Oberweser in den Fluss münden würde, will der Kreistag des Landkreises Kassel nicht. Und das, obwohl so zumindest die Flussstrecken auf hessischem Gebiet gesunden könnten - je nachdem, wie nahe zur Landesgrenze man das Rohr in die Weser leiten würde.

Vielleicht sogar exakt auf die Grenze, also dahin, wo die Weser am Ostufer zu Niedersachsen gehört und im Westen zu Nordrhein-Westfalen? Dagegen hat kürzlich schon NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) gewettert. Sein Kollege aus Hannover, Hans-Heinrich Sander (FDP), wollte sich auf HNA-Anfrage nicht äußern.

Ab April soll der wiederbelebte runde Tisch zur Werraversalzung tagen. Eine seiner Hauptaufgaben dürfte die vertiefte Untersuchung von Konsequenzen der Röhren-Planspiele für Werra und Weser sein: Alles, was am Abwasserregime verändert wird, darf den Zustand der Flüsse nicht verschlechtern. Das fordern EU-Richtlinien, die auf längere Sicht vielmehr klare Schritte in Richtung Süßwasser und Naturnähe verlangen.

Die Zeit drängt

Das lange Rohr zur Nordsee brächte den Flüssen durchgängig eine Entlastung von Chlorid-, Magnesium- und Kaliumlasten aus der Kaliindustrie. Und die deutlich kürzere Leitung zur Oberweser? Würde sie gebaut, stünde chemisch und ökologisch alles flussaufwärts besser da.

Flussabwärts, also unterhalb des Einleitepunktes, müsste es nicht unbedingt schlechter sein als bislang. Das hatten Gutachter am runden Tisch angedeutet, dem neben K+S unter anderem Kommunen, Umweltverbände und Bürgerinitiativen angehören. Viel zu tun - die Zeit drängt. Und über das Gesamtkonzept für die Abwasserentsorgung - das zeigte sich gestern im Umweltausschuss des Landtages - sind sich K+S und Landesregierung noch längst nicht einig.

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