701.09.1001.09.10|Kassel|16 Kommentare
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Kassel. Wenn es nach dem Willen der hessischen Landesregierung geht, schließt sie demnächst ein Kooperationsabkommen mit der Bundeswehr ab. Danach sollen Vertreter der Bundeswehr Zutritt an Schulen in Hessen bekommen, um über ihre Tätigkeiten und Aktivitäten zu informieren und in eigener Verantwortung den Unterricht mitzugestalten.

Demo: Protestierten gegen die Pläne der Landesregierung, der Bundeswehr für Informationsveranstaltungen Zutritt in hessischen Schulen zu gewähren. Vorn rechts Liisa Kukko-Leinius. Foto: Herzog
„Keinen Sonderstatus für die Bundeswehr – Gegen Militarisierung an den Schulen“ lautete deshalb das Motto einer Demonstration am gestrigen Antikriegstag, 1. September, auf dem Opernplatz. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kassel-Stadt und -Land hatte zum Protest gegen Pläne der Landesregierung aufgerufen.
50 Lehrer und Friedensaktivisten informierten über diese Pläne und brachten ihren Protest darüber zum Ausdruck. „Einer schleichenden Re-Militarisierung der deutschen Politik nach innen und nach außen stellen wir uns mit allen zur Verfügung stehenden Kräften entgegen“, sagte GEW-Landesvorsitzender Jochen Nagel.
Unterstützung kam unter anderem von Hella Lopez, der Kasseler Landesvorsitzenden des Elternbunds Hessen. An den Schulen gebe es genügend ausgebildete Lehrer und Fächer wie Politik und Wirtschaft sowie Gesellschaftslehre, in denen Friedenspolitik und Militär behandelt werden könnten. Sollten dennoch Vertreter der Bundeswehr eingeladen werden, müsse darüber im Einzelfall von den Eltern abgestimmt werden. Vor der Perspektive, dass es in Deutschland bald eine Berufsarmee geben könnte, erscheine ihr der Vorstoß wie eine Werbekampagne für den Soldatenberuf.
Zuletzt hatte im Juli Mecklenburg-Vorpommern eine Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr für den Einsatz von Jugendoffizieren im Schulbereich abgeschlossen. Vorausgegangen waren Baden-Württemberg, das Saarland, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz. (chr)

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