Kassel. In Kassel ist es derzeit so schwierig, wie in kaum einer anderen vergleichbaren Großstadt eine Wohnung zu finden. Diese bittere Erfahrung muss Katharina Pronewitsch machen.
Die 25-Jährige aus Meinhard im Landkreis Eschwege sucht seit drei Monaten zusammen mit ihrem Freund eine Wohnung. „Erst dachte ich, es würde nur ein paar Wochen dauern - doch das war nicht so“, sagt sie. Mittlerweile hat sie sich schon 16 (!) Wohnungen angeschaut. Fuhr jeweils von Meinhard nach Kassel. Das sind 800 Kilometer für eine bislang erfolglose Wohnungssuche.
Dabei sind ihre Ansprüche gar nicht mal so hoch. Drei Zimmer soll die Wohnung haben und 600 Euro warm kosten. Doch der Markt in Kassel ist leer gefegt (HNA berichtete). „Das hat wohl mit dem Wirtschaftswachstum zu tun“, glaubt Pronewitsch. Sie geht trotzdem jedes Wochenende zu neuen Besichtigungen. Dabei gibt es zwei Arten von Wohnungen, die noch auf dem Markt sind. „Es gibt furchtbare Wohnungen, in die kein Mensch einziehen würde. Da sind zum anderen aber auch richtig schöne, die ich sofort nehmen würde“, sagt Pronewitsch. Das Problem dabei: Für solche Wohnungen interessiert sich nicht nur sie, sondern auch noch gleich 20 andere Personen. „Die stellen sich dann in eine Reihe auf und werden in Gruppen reingelassen. Das ist schon ein wenig skurril. Man kommt sich vor wie in einem Museum“, sagt sie. Schon vorher ausgeschieden ist bei der Wohnungssuche derjenige, der samstags nach acht Uhr bei den Vermietern anruft.
„Ich habe einen Vermieter einmal erst am Nachmittag erreicht, weil vorher sein Telefon durchgehend besetzt war. Da war die Wohnung natürlich schon weg“, sagt sie. Bei den schönen Wohnungen gibt es auf dem Markt ein Hauen und Stechen. Allerdings hat Katharina Pronewitsch auch schon ein paar Wohnungen gesehen, die zwar als schön beschrieben wurden, wobei das Attribut Bruchbude aber noch schmeichelhaft gewählt wäre. „Eine Wohnung war total verdreckt und mit Schimmel überzogen. Ein Mietnomade hat da vorher gewohnt“, erinnert sie sich an eine furchtbare Besichtigung.
Mittlerweile ist sie von der Wohnungssuche nur noch frustriert. „Ich habe schon in Köln und Heidelberg gewohnt, aber so schwer wie in Kassel eine Wohnung zu finden, war es da nicht“, sagt sie. Selbst Makler können ihr nicht helfen. „Die verweisen mich auf die Angebote ihrer Homepages“, sagt sie und weiter: „Einen habe ich gefragt, ob er eine schöne Drei-Zimmer-Wohnung hätte. Er antwortete mir: Natürlich, wenn sie das „schön“ streichen.“
Kontakt: suche-wohnung-in-kassel@web.de
Von Daniel Schneider
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(18.9)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.1)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(14.0)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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