Kassel. Das Klinikum Kassel hat den Chefarzt der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, Dr. Hermann Sons, fristlos entlassen. Vor wenigen Tagen musste der 62-jährige Klinikdirektor, der seit 1994 in Kassel die Herzchirurgie mit aufgebaut hatte, seinen Arbeitsplatz räumen.

Klinikum Kassel aus der Luft gesehen: An der Mönchebergstraße (unten) wird derzeit am neuen Frauen-, Mutter- und Kindzentrum für das größte kommunale Krankenhaus in Hessen gebaut. Links unten ist der momentane Haupteingang zu erkennen, am rechten Bildrand das neue Parkhaus ebenfalls an der Mönchebergstraße zu sehen. Foto: Jochen Herzog mit Unterstützung von Charterflug Kassel Uwe Knabe
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Zu den Gründen für den überraschenden Rauswurf gibt es von Seiten des Klinikums keine Stellungnahme. Nach einer HNA-Anfrage ließ Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard M. Sontheimer am Freitag lediglich erklären: „Das Arbeitsverhältnis mit Herrn Dr. Sons ist beendet. Bis zur Neubesetzung leitet Dr. Hans-Jörg Kellner, bisher Leitender Oberarzt, die Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie im Klinikum kommissarisch.“
Dr. Hermann Sons, der 1994 aus Duisburg als Chef der neu geschaffenen Klinik nach Kassel gekommen war, möchte sich öffentlich nicht zu dem Geschehen äußern. Er will sich gegen die fristlose Kündigung wehren. Im August ist mit einer Güteverhandlung der erste Termin vor dem Kasseler Arbeitsgericht vorgesehen.
© SchoelzchenDr. Hermann SonsHinter den Kulissen gilt der Rauswurf des geachteten Chefarztes als weiterer Akt im seit Jahren andauernden Streit zwischen Vorstandschef Sontheimer und vielen seiner leitenden Ärzte. Die plötzlich entstandene Lücke in der Herzchirurgie rasch zu füllen, dürfte für das Klinikum nicht ganz einfach werden. Unter ärztlichen Bewerbern ist das einzige nordhessische Krankenhaus der Maximalversorgung nicht gerade die erste Adresse – nicht zuletzt wegen der in Fachkreisen bundesweit bekannten Querelen zwischen Sontheimer und den Chefärzten. Im Hinblick auf die Arbeitsatmosphäre dürfte der überraschende Rauswurf den derzeitigen Ruf des Klinikums am Möncheberg weiter verschlechtern.
Dem Vorstandsvorsitzenden, der seit Anfang Mai dieses Jahres gleichzeitig auch neuer Klinikum-Geschäftsführer ist und der sein Führungspersonal auch schon mal als „Bande von Chefärzten“ beschimpft, wird nachgesagt, inzwischen schon mehrere Kapazitäten vergrault zu haben. So wurde 2007 das Pathologische Institut am Klinikum führungslos, als dessen Leiter Professor Dr. Josef Rüschoff - ein bundesweit anerkannter Vertreter seines Fachs - und drei seiner Oberärzte ihre Kündigungen einreichten. 2008 verließ der Direktor der urologischen Klinik, Professor Dr. Peter Albers, das Klinikum. Dem Vernehmen nach hatte dessen Neuorientierung auch viel mit langen Auseinandersetzungen mit Sontheimer zu tun. Das von Albers aufgebaute Prostatakarzinom-Zentrum am Klinikum, das als eines der ersten Zentren in Deutschland zertifiziert wurde, gibt es heute nicht mehr.
Nicht allein unter den Ärzten im Klinikum hat jetzt das plötzliche Ausscheiden von Herzchirurg Dr. Sons für Aufregung und Verärgerung gesorgt. Sontheimer betreibe weiterhin sein „Zerstörungswerk“, ist hinter vorgehaltener Hand zu hören. Und es gibt die Einschätzung, dass unter dem Dauerstreit langfristig auch die Patientenversorgung leiden werde.
Von Jörg Steinbach
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(18.9)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.1)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(14.0)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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