209.04.1009.04.10|Kassel|2 Kommentare
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Kassel. „Die Immobilien- und Grundstückspreise in der Stadt Kassel sind seit fünf Jahren auf einem stabilen Niveau.“ Das sagte gestern Walter Ortseifen, Vorsitzender des Gutachterausschusses der Stadt Kassel, bei der Präsentation der neuen Bodenrichtwertkarte. Im Vorjahr haben 1340 Immobilien in Kassel den Besitzer gewechselt, 162 000 Euro wurden im Durchschnitt pro Immobilie gezahlt. Das ist weniger als in den Vorjahren. Grund für den Rückgang der Durchschnittspreise: Es wurden im Verhältnis zu früher mehr Eigentumswohnungen als Häuser verkauft. Und Häuser erzielen einen höheren Preis.

Walter Ortseifen
Ausreißer bei der Statistik bleibt das Jahr 2005, in dem die Eigenheimzulage zum letzten Mal gewährt wurde. Damals wurden noch 1589 Immobilien veräußert, im Schnitt für 253 000 Euro.
Die Bodenrichtwertkarte wird alle zwei Jahre veröffentlicht und berücksichtigt alle Kauffälle von Grundstücks- und Immobilientransaktionen in diesem Zeitraum. Sie ist in erster Linie für Investoren und die Politik gedacht.
Die teuersten Wohnbauflächen befinden sich nach wie vor am Mulang (290 Euro pro Quadratmeter) und in der Unterneustadt direkt an der Fulda (330 Euro pro Quadratmeter). Günstiger ist es in Bettenhausen oder im Forstfeld, wo der Quadratmeter zwischen 50 und 60 Euro kostet.
Nach Veröffentlichung der letzten Bodenrichtwertkarte habe es einige Veränderungen gegeben. So hat die Sanierung des Karlshospitals dazu geführt, dass das Areal an der Weserstraße jetzt mit 150 Euro pro Quadratmeter (bislang 120 Euro) bewertet wird. Die Investitionen des Solartechnologie-Unternehmens SMA haben dazu geführt, dass der Quadratmeterpreis für gewerbliche Bauflächen an der Dresdener Straße von 55 auf 60 Euro gestiegen ist. Günstiger ist es hingegen im Stadtteil Jungfernkopf geworden. Vor zwei Jahren wurde der Quadratmeterpreis für Wohnbaufläche noch mit 130 Euro angegeben; jetzt liegt er bei 125 Euro.
Besonders begehrt waren im Vorjahr Eigentumswohnungen mit einer Wohnfläche von 51 bis 70 Quadratmetern (144 Transaktionen) und zwischen 71 und 90 Quadratmetern (136). Wohnungen, die größer als 130 Quadratmeter sind, wechselten 2009 in 43 Fällen den Besitzer. Bei kleinen Wohnungen, bis 30 Quadratmetern, ist die Nachfrage wieder zurückgegangen. Im Jahr 2008 gab es in diesem Bereich noch 200 Eigentümerwechsel, im Vorjahr waren es noch 64. Archivfoto: nh
Die Bodenrichtwertkarte (50 bis 60 Euro, DVD für 80 Euro) sowie den Immobilienmarktbericht 2010 (20 Euro) gibt es in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses, Rathaus, Zimmer K 719. Telefonische Bestellung unter 05 61/787-7002, Fax: 787-4089, Internet: stadt-kassel.de
Von Ulrike Pflüger-Scherb

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