Kassel. Man schrieb das Jahr 1860, als ein besonders harter Winter den Postschaffner J. Brandt dahinraffte. Der Kasseler war für einen Kollegen im Postfahrdienst eingesprungen und war wohl der Kälte draußen nicht gewachsen – Brandt war sonst Innendienstler.
Dem Nervenfieber folgte rasch der Tod, Brandt hinterließ Frau und Kinder, Ansprüche auf Witwen- und Waisengeld hatten sie nicht. Damit war die Stunde für Ober-Postamtsassistent Wolff gekommen. Per Rundschreiben bat er die Mitarbeiter aller Kasseler Postdienststellen um Hilfe – die Idee, künftig bedürftige Angehörige verstorbener Kollegen finanziell zu unterstützen, war geboren.
Schon zwei Jahre später, im Jahr 1862, gründete sich die „Kurhessische Poststerbekasse“ in Kassel. Genau am heutigen Samstag feiert der Versicherungsverein seinen 150. Geburtstag. „Kein schlechtes Ergebnis“, zeigen sich Vorsitzender Karl-Heinz Binnewies und der Vorstand zufrieden. Sie wissen, ihre Sterbekasse ist inzwischen eine der ältesten in Deutschland überhaupt. Das Geheimnis: „Wir sind nur für unsere Mitglieder da. Wir geben fast kein Geld für Personal, Verwaltung und Werbung aus, jeder erwirtschaftete Cent fließt vollständig in Rücklagen und steht den Versicherten zu“, sagt Binnewies. Zudem sei die Anlagepolitik der Sterbekasse eine tragende Säule. Das aber falle in den Bereich der Diskretion, sagt der Vorsitzende. Nur so viel: „Wir legen das Geld im Sinne unserer Mitglieder an, nicht im Sinne riskanter Gewinnmaximierung.“
Tatsächlich legt der Verein jedes Jahr Rechenschaft ab, er unterliegt dem Versicherungsaufsichtsgesetz, und auch die BaFin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, schaut genau hin, was die Kurhessische Poststerbekasse macht – Jedes Jahr heißt es: „Alles in Ordnung.“
Erst vor diesem Hintergrund wird klar, was die Sterbekasse leistet. Schon ab 1,85 Euro Monatsbeitrag kann sich eine 18-Jährige versichern – segnet sie im Alter von 78 Jahren das Zeitliche, werden 2500 Euro Grundsterbegeld zuzüglich ordentlicher Boni und Gewinnzuschläge ausgezahlt. „Das alles machen wir ohne Spekulationen“, sagt Binnewies, der von bestimmten Praktiken einschlägiger Investment-Banken nichts hält. „Hätten wir uns noch vor zehn Jahren auf gewisse Anlageberater verlassen, würden wir heute dumm dastehen“, sagt der Vorsitzende.
So aber sei die Sterbekasse immer noch gut gerüstet für die nächsten Jahre. „Viele unserer Mitglieder vergessen das oft – auch die Angehörigen“, sagt Binnewies. „Sie wundern sich dann, wenn ihnen auf einmal richtig hohe Sterbegelder ausgezahlt werden.“
Von Boris Naumann
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(18.9)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.1)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(14.0)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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