Medizinstudium soll in Kassel möglich werden

Klinikum und Universität Southampton streben Kooperation an

Medizinstudium soll in Kassel möglich werden

1413.03.1013.03.10|Kassel|21 Kommentare
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Kassel. Humanmedizin studieren in Kassel - das soll ab September dieses Jahres möglich werden. Die Pläne für die Gründung einer Medizinhochschule am Kasseler Klinikum in Zusammenarbeit mit der renommierten Universität Southampton an der Südküste Englands sind nach HNA-Informationen weit gediehen.

24 Studenten sollen pro Jahr aufgenommen werden. Das nach englischem Vorbild auf fünf Jahre verkürzte Studium wird an der Partneruni in Southampton und am Kasseler Klinikum absolviert. Ein Jahr früher gehen die Absolventen in die Facharztausbildung und sollen möglichst in Kassel gehalten werden. Dem führenden Krankenhaus der Region gut ausgebildete Ärzte zu sichern, ist das wichtigste Ziel der Gründung einer „Kassel School of Medicine“. Das Projekt wäre auch der erste zweisprachige deutsch-englische Studiengang in Europa.

In Kooperation mit der 1862 gegründeten Uni Southampton, die als eine der führenden Hochschulen Großbritanniens gilt, würde das Kasseler Krankenhaus der Maximalversorgung zur Uni-Klinik.

In Hessen haben bisher nur die Unis in Frankfurt, Gießen und Marburg medizinische Fakultäten, private Medizinhochschulen gibt es bisher nur in Witten-Herdecke und Hamburg. Die Studiengebühr in Kassel soll 12 000 Euro jährlich betragen. Auch die Universität Kassel, die keinen eigenen Studiengang in Humanmedizin anbietet, steht dem Projekt dem Vernehmen nach aufgeschlossen gegenüber und hat Unterstützung zugesagt.

Der Vorstand der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) lehnte eine Stellungnahme ab, weil der Aufsichtsrat noch nicht entschieden hat. Kritiker wenden ein, dass für die Anlaufverluste von bis zu vier Millionen Euro in den ersten fünf Jahren kein Geld da ist im Klinikum, in dem die Beschäftigten 2010 zur Zukunftssicherung auf bis zu sechs Prozent Gehalt verzichten.

Von Jörg Steinbach

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