Kassel. Aus aktuellem Anlass begann Angela Merkel (CDU) am Freitag um 16.35 Uhr ihre Rede mit einem „traurigen Thema“ im Kasseler Kongress Palais Stadthalle: Sie sprach über die Neonazi-Mordserie, bei der es auch ein Opfer in Kassel gab.
Die Bundeskanzlerin drückte Ayse und Ismail Yozgat, deren Sohn Halit Yozgat 2006 erschossen wurde, ihr Mitgefühl aus. Ihre Gedanken seien in Kassel bei der Familie des Opfers. Die Kanzlerin kündigte vor den Delegierten der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU und CSU Deutschlands (KPV) an, dass die Politik nicht ruhen werde, bis die Mordserie geklärt sei. „Wir sind beschämt, aufgerüttelt und aufgefordert“, gegen Rassismus, Extremismus und Antisemitismus vorzugehen.
Dafür sei kein Platz in unserer Gesellschaft, machte Merkel deutlich. Die Bundeskanzlerin war Gastrednerin beim „Kongress Kommunal 2011“, der erstmals in Kassel stattfindet. An der Tagung, die am Samstag beendet wird, nehmen 600 Kommunalpolitiker der Union aus ganz Deutschland teil. Die KPV will in Kassel ein neues Grundsatzprogramm für die Kommunalpolitik der CDU erstellen. Natürlich ließen es sich auch Christdemokraten aus Kassel nicht nehmen, an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Konrad Saure, früherer Ortsvorsteher von Bad Wilhelmshöhe und seit 45 Jahren Mitglied in der CDU, sowie die ehemalige Stadträtin Antonie Steinmeyer (seit 43 Jahren CDU-Mitglied) machten allerdings keinen Hehl daraus, dass es ihnen am Freitag nicht in erster Linie um kommunalpolitische Themen ging.
„Ich bin hier, um die Kanzlerin zu hören“, sagte Saure. Beeindruckt zeigte er sich von dem Arbeitspensum, das Merkel zu bewältigen hat. „Am Mittag hat sie sich noch mit dem englischen Premierminister getroffen und im nächsten Moment ist sie hier. Das ist schon bald unheimlich, was die alles schafft.“ Antonie Steinmeyer hob hervor, dass die CDU nach vielen Jahren wieder zu einer großen Veranstaltung nach Kassel geladen habe. Ein Bundesparteitag habe letztmals Anfang der 70er Jahre hier stattgefunden. Etwa 20 Schaulustige hatten vor der Stadthalle auf die Ankunft der Kanzlerin gewartet. Unter ihnen auch der sechsjährige Lukas Dahnert aus Kassel. Er kenne die Kanzlerin aus „Logo“, der Nachrichtensendung für Kinder.
Und was schätzt er an ihr? „Dass sie immer die Streite beendet“, sagt Lukas. „Ich will sie einfach nur mal sehen“, erklärte der zehnjährige Paul Engel. Die beiden Jungs kamen beim Warten auch schnell ins Fachsimpeln. Lukas fragte sich, ob die Polizisten salutieren, wenn die Kanzlerin vorfährt. Lukas war überzeugt: „Sie werden schon Haltung annehmen und sich ein wenig präsentieren.“ Die Vorzüge der „Boom-Region“ Nordhessen hatte Ministerpräsident Volker Bouffier bei seiner Begrüßung der Kanzlerin präsentiert. Kassel sei eine Stadt, die eine Menge zu bieten habe. Bouffier drückte die Hoffnung aus, dass die Kanzlerin die Chance habe, sich etwas davon anzusehen. Zeit für Ausflüge hatte Merkel in Kassel nicht. Schon um 17.56 Uhr startete wieder ihr Flieger in Calden.
Von Ulrike Pflüger-Scherb
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(18.9)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.1)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(14.0)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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