Kassel. „Dem Immobilienmarkt geht es gut, wenn die Wirtschaft gut läuft“, sagt Siegfried Putz. Der nordhessische Sprecher des Immobilienverbandes Deutschland (IVD) ist überzeugt: „Kassel hat eine hohe Lagequalität.“ Zentral in Deutschland, gut auf Schiene, Straße und bald auch über den neuen Flughafen Calden erreichbar, mit viel Grün, Bildung und Kultur hat der Ballungsraum Kassel einiges zu bieten. Und trotz Krise und Negativprognosen hat sich die Stadt auch wirtschaftlich gut behauptet. „Starke Verbesserung“ bei Standortqualität und Sozialstruktur bescheinigt die Wirtschaftswoche. Dabei geht es um steigende Produktivität und wachsende Gewerbesteuer, Zuzüge von Einwohnern, aber auch um eine sinkende Zahl von Arbeitslosen und geringe Kriminalitätsraten. Foto: nh
Besonders im Osten der Stadt ist das zu beobachten. „SMA hat viel Positives bewirkt“, sagt Putz. Das Solartechnik-Unternehmen in Niestetal und Kassel hat viele qualifizierte und gut bezahlte Mitarbeiter eingestellt, die gern in der Nähe wohnen wollen. „Der Bereich rund um SMA ist leergefegt“, erklärt Putz, „da werden auch hohe Preise bezahlt.“
Die Nachfrage nach den eigenen vier Wänden wird zudem durch Kreditzinsen auf Rekordtiefstand angefacht. Wer das Geld zum Kauf einer Wohnung nicht auf der hohen Kante hat, kann derzeit für 3,8 Prozent Zins Baugeld leihen - das gab es seit Jahrzehnten nicht mehr.
Zudem kann man in Kassel noch sehr günstig kaufen. Hier gibt es ordentliche Gebrauchtwohnungen in guter Lage für etwa 1000 Euro pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In Frankfurt sind dafür meist mehr als 3000 Euro zu berappen. Und wer in München ein Einfamilienhaus kauft, bekäme in Kassel für das gleiche Geld drei solcher Häuser.
Auch im Problemviertel im Norden der Stadt wandelt sich das Bild. Mit dem weiteren Uni-Ausbau und der Wohnungsnachfrage durch Studenten wird beispielsweise die Kasseler Nordstadt auch für Immobilienkäufer wieder attraktiver.
Der Mietmarkt, der über Jahre unter Leerstand und niedrigen Mieterlösen litt, ist bereits wieder in Schwung. Die Mietpreise und die Nachfrage steigen deutlich. Interessenten für kleine Single-Wohnungen „rennen uns die Bude ein“, schildert Siegfried Putz die Lage. In der Hälfte der 102 000 Kasseler Haushalte lebt nur noch eine Person.
„Die Mieten ziehen an“, bestätigt Wolfram Kieselbach, Vorsitzender des Kasseler Haus- und Grundeigentümerverbandes, „die Leerstände sind deutlich zurückgegangen.“ Die Entwicklung am Mietmarkt gilt Fachleuten als Vorbote für die Entwicklung bei den Kaufobjekten. Und da bewegt sich schon eine Menge. „Gut ausgestattete Eigentumswohnungen in guter Lage sind wieder gefragt“, sagt Kieselbach, „und wer verkaufen will, bekommt auch einen guten Preis.“
Mehr Verkäufer wünscht sich Immobilienmakler Putz: „Wir haben zu wenig Objekte.“ Das gelte auch für Mietshäuser als Renditeobjekte. „Es gibt viele Anfragen, aber wir haben nichts“, sagt Putz.
Von Jörg Steinbach
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.
(18.9)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.1)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(14.0)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.