606.02.1106.02.11|Kassel|10 Kommentare
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Kassel. Für Rainer Worbes (66) und seine Mitstreiter war es eine Schreckensvision. 1200 Unterschriften hat die von ihm mitgegründete Bürgerinitiative gegen ein großes Baugebiet bis zum Döncherand gesammelt. „Die Hälfte davon kam aus Nordshausen, beim Tag der Erde auf der Marbachshöhe hatten wir innerhalb weniger Stunden den Rest zusammen“, sagt der pensionierte Biologielehrer.

Auf halber Strecke soll Schluss sein: Die blauen Flächen zeigen die geplante Erweiterung Nordshausens in Richtung Dönche. Die roten Flächen sollen nicht mehr bebaut bleiben. Foto: Privat/HNA-Grafik
Der Schutz der Dönche hat auch Menschen außerhalb von Kassels kleinstem Stadtteil Nordshausen (2050 Einwohner) bewegt. Heute stimmen die Kasseler Stadtverordneten über eine kleine Lösung für die Erweiterung Nordshausens ab. Nachdem es bereits im Ausschuss keine Gegenstimmen gab, steht dafür eine klare Mehrheit. Bei einem Bürgerforum Mitte Januar hatte sich Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) für die kleine Lösung ausgesprochen.
Die Stadt schließt sich damit der Linie des Ortsbeirats an, der sich für ein Neubaugebiet mit Augenmaß ausgesprochen hatte. Etwas größer dürfe Nordshausen ruhig werden, so die Begründung. Der Stadtteil mit seinem Kindergarten, der Schule und dem Sportverein könne den Zuzug von jungen Familien gut gebrauchen.
Allerdings nicht um jeden Preis. Die städtischen Planer hatten im Ortsbeirat und bei Bürgerversammlungen verschiedene Varianten vorgestellt. Unter anderem auch eine, die eine Bebauung bis nah an die Dönche ermöglicht hätte. „Das Siedlungsrahmenkonzept des Zweckverbandes sieht das vor“, sagt der Leiter des städtischen Planungsamtes, Heinz Spangenberg. Die politische und öffentliche Diskussion habe zu dem jetzt vorgelegten Ergebnis geführt.
Die Grundstücke, um die es jetzt geht, gehören nur zum Teil der Stadt. Nach Angaben von Spangenberg wurden bereits Gespräche mit den privaten Eigentümern geführt. „Wir wollen so bald wie möglich einen Bebauungsplan machen“, sagt er. Neben dem Neubaugebiet habe man auch den Ortskern von Nordshausen im Blick.
Ein Bebauungsplan für diesen Bereich soll zum Beispiel verhindern, dass in ein ehemaliges Tankstellengebäude eine Spielhalle einziehen kann. Zudem wolle man Beratung dafür anbieten, was man aus derzeit leerstehenden Häusern im Ortszentrum machen könnte.
Dönche-Schützer Rainer Worbes bezeichnet die jetzt vorgelegte abgespeckte Vari-ante als einen Teilsieg. Man werde genau darauf achten, ob die Pläne für eine Erweiterung des Baugebiets nicht doch noch einmal aus der Schublade geholt werden.
Von Thomas Siemon

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