2317.08.1017.08.10|Kassel|35 Kommentare
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Rothenditmold. Die Anwohner des Mercedes-Anlieferplatzes an der Hersfelder Straße sind wütend. „Wir halten den nächtlichen Motorlärm, das ewige Scheppern der Lkw nicht mehr aus, Mercedes muss was tun“, verlangte Thomas Rühl.

Entnervt: Heinrich Rüppel, Nicole Seewald mit Sohn Jonas, Daniel Willomitzer mit Til, Sylvia Rühl, Kerstin und Rainer Krumm (von links) verlangen Nachtruhe auf dem Mercedes-Platz. Foto: Koch
Er fühle sich ebenso wie die anderen Anwohner des Geländes Nacht für Nacht um den Schlaf gebracht. Durch die Lastwagenfahrer, die den Anlieferplatz zwischen 22 Uhr und sechs Uhr früh anfahren, den Motor laufen lassen, an den Fahrzeugen arbeiten, entladen und auch übernachten.
Der Ortsbeirat Rothenditmold diskutierte das Problem jetzt mit den Anwohnern, Uwe Schwarz vom Ordnungsamt und Walter Gerhold, dem stellvertretenden Standortleiter bei Mercedes.
„Wir können keine Nacht mehr schlafen“, regte sich Nicole Seewald auf, „sogar am Wochenende sind die Lkw da, es ist unerträglich“, beklagt sich die Mutter zweier kleiner Kinder. Regelmäßig zugeparkte Einfahrten und Bürgersteige täten ihr Übriges.
„Wenn das so ist, ist das nicht in Ordnung, aber wir können denen das nicht beibiegen“, sagte dazu Gerhold. Er könne nur die Subunternehmer bitten, die Zeiten einzuhalten und zum Schlafen zum Lohfeldener Rüssel zu fahren.
Im Übrigen sei das Ordnungsamt zuständig. Das ließ Rolf Lösking (SPD) nicht gelten. „Sie können die Verantwortung nicht einfach von sich weisen“, konterte er. „Mercedes muss diese massiven Belästigungen abstellen“, verlangt Anwohner Heinrich Rüppel.
Warum das Ordnungsamt nicht kontrolliere, wollte Beiratsmitglied Otto Cyriax (SPD) wissen. Uwe Schwarz vom Ordnungsamt lehnte jede Verantwortung ab, Mercedes müsse die Spediteure anweisen, es handele sich um einen öffentlichen Parkplatz für Lkw, Kontrollen durch das Ordnungsamt seien schwierig. „Es muss aber zwischen 22 Uhr und sechs Uhr Nachtruhe herrschen“, verlangte Anwohner Andreas Umland energisch.
Anders sieht dies Beiratsmitglied Hubert Pilz (CDU). „Leute, wir wohnen hier in einem Mischgebiet und müssen nun mal mit Beeinträchtigungen leben“, erklärte er aufgebracht.Weil sich Mercedes und Ordnungsamt wechselseitig die Verantwortung zuschieben und keiner wusste, wer Eigentümer des Anlieferplatzes ist, verlangt der Ortsbeirat hierüber Aufklärung. Um dann Regelungen zu schaffen, die den Anwohnern nachts Ruhe gewährleisten, so die Forderung. (pom) Foto: Oschmann

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