Kassel. Skater sind cool und lässig - so lautet das Klischee. Aber vor allem sind sie eins: nämlich männlich. Das sich das bis heute noch nicht geändert hat, zeigen die Mitgliederzahlen des Skateboardvereins Mr. Wilson: Unter den 120 Skatern sind nur eine Hand voll Frauen. Für sie gibt es nun immer montags eine eigene Trainingszeit in der Halle an der Wolfhager Straße.
Sarah Kaufhold, Marja Keldenich und Kati Walther zählen zu dieser Minderheit: „Mein Cousin hatte ein Skateboard, da hab ich mich mit neun Jahren das erste Mal draufgesetzt“, sagt die 23-jährige Schülerin Sarah Kaufhold. Dabei ist es dann allerdings auch geblieben, bis zum Sommer im vergangenen Jahr. Die Idee, mit dem Skaten anzufangen, sei dabei aus einer Mischung aus Langeweile und der schon lange da gewesenen Faszination für die Skaterkultur entstanden.
„Früher war man dafür noch nicht selbstbewusst genug, das war immer so ein Jungsding. Aber wir wurden mit offenen Armen empfangen“, sagt Kaufhold. Sie habe die Skater immer als sehr unnahbar empfunden, aber im Grunde seien es „ganz entzückende Menschen“. Entzückend, aber dennoch auch um einiges erfahrener als die Anfängerinnen.
„Ich würde gerne öfter skaten, aber es kostet mich jedes Mal Überwindung“, sagt die 28-jährige Marja Keldenich. Deswegen nutzt sie die Skatehalle hauptsächlich montags, wenn es ab 17 Uhr „Girls Only“ heißt. Die Idee dazu entstand Ende vergangenen Jahres und wurde auch prompt umgesetzt: „In Kassel gibt es keine Skateboard fahrenden Mädchen. Sie trauen sich nicht“, sagt Matthias Weiland, Vorsitzender von Mr. Wilson.
Dem soll durch den „Girls Only“-Tag Abhilfe geschaffen werden. Hier sind die Mädchen unter sich und können Tricks üben, ohne den Spott der technisch überlegenen Jungs fürchten zu müssen. „Ich fand die Bewegungen schon immer toll, es hat etwas von fliegen“, erzählt Keldenich und versucht sich auf der Mini-Rampe. „Das Schwerste ist, das Gleichgewicht zu halten.“ Über zusätzliche weibliche Unterstützung in der Skatehalle würden sich die jungen Frauen sehr freuen.
Einmal hätten sie in der Stadt Mädchen mit Skateboards unter dem Arm gesehen und diese auch direkt angesprochen: „Allerdings trugen sie die Skateboards nur, um cool zu wirken. Sie konnten gar nicht fahren“, berichtet Kaufhold von der erfolglosen Suche nach Gleichgesinnten. Sie versucht, auch andere zum Skaten zu motivieren: „Wenn man früher anfängt, lernt man natürlich schneller, aber auch später geht das noch.“
Kontakt: Mr.-Wilson-Skatehalle, Wolfhager Str. 58, Eintritt: vier Euro.
ww.mister-wilson.de
Von Cathrin Sommer
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(18.8)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.2)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(14.0)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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