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SMA-Mitarbeiter parken Wohnviertel zu

Anwohner beklagen: SMA-Mitarbeiter parken Wohnviertel zu

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Kassel. Anwohner beklagen die enge Parkplatzsituation im Wohnviertel zwischen Sandershäuser Straße und Ellenbacher Straße in Bettenhausen. Vor allem SMA-Mitarbeiter parken die engen Straßen zu, heißt es.

Hans Joachim Batke ist eigentlich nicht leicht auf die Palme zu bringen. „Aber die Parksituation an der Salzmannstraße ist ärgerlich“, sagt der Rentner, der schon seit 45 Jahren im Haus Nummer 2 wohnt. „Die SMA-Mitarbeiter parken die ganze Straße zu, obwohl sie einige Meter weiter ein riesiges Parkhaus haben“, wettert der 74-Jährige.

Artikel aktualisiert um 21.40 Uhr.

Batke ist gehbehindert – aber nicht nur. Er hat es schwer am Herzen, an der Lunge, einen Diabetes, und eben hat er noch eine Chemotherapie bewältigt. So muss er zweimal pro Woche zum Arzt. „Ohne Auto geht das nicht“, sagt er. Er sei darauf angewiesen, dass er seinen Wagen direkt an seiner Haustür abstellen kann.

Enge Parkplatzsituation in der Salzmannstraße: Der gehbehinderte Hans Joachim Batke wohnt mit seiner Frau Edeltraut schon seit 45 Jahren im Haus Nummer 2 (hinten links), dahinter türmt sich das neue SMA-Gebäude an der Sandershäuser Straße auf.

„Aber kaum sind wir losgefahren, wird die Parklücke sofort besetzt“, berichtet er, „meist von SMA-Leuten. Und wenn wir dann wiederkommen, finden wir keine Lücke mehr, müssen weit weg parken und zu Fuß gehen“. Von morgens bis abends sei die Salzmannstraße zugeparkt. „Alle Anwohner regen sich darüber auf“.

Tatsache ist: Die Parkmöglichkeiten in der schmalen Salzmannstraße sind nicht als Anliegerparkplätze ausgewiesen. Auch gibt es keine Stellplätze für Autofahrer mit Behinderungen. „Jeder darf hier parken“, sagt Cornelia Engelhardt-Fröhlich, Referentin des Stadtbaurates Christof Nolda. Schon immer seien die Parkmöglichkeiten im Karree zwischen Sandershäuser Straße und Ellenbacher Straße von Anwohnern und Beschäftigten benachbarter Betriebe genutzt worden. „So ergibt sich durch SMA keine grundlegende Änderung der Situation.“ Daher sei aktuell nicht geplant, Stellplätze explizit für Anwohner auszuweisen.

Natürlich sei es wünschenswert, dass die SMA-Beschäftigten das vom Unternehmen bereitgestellte Parkhaus an der Dresdener Straße benutzten, sagt Engelhardt-Fröhlich. Dazu zwingen könne man sie aber nicht. „SMA muss Parkplätze bereitstellen, und das hat das Unternehmen auch gemacht. SMA kann lediglich an ihre Mitarbeiter appellieren, das Parkhaus und nicht das Karree Sandershäuser/Ellenbacher Straße zu nutzen.

Das sagt SMA: Appell, das Parkhaus zu nutzen

Fakt ist, dass auch SMA-Mitarbeiter die Stellplätze im Wohnbereich im Karree zwischen Sandershäuser Straße und Ellenbacher Straße nutzen dürfen, da keinerlei Einschränkungen vorliegen. „Dennoch sehen wir es lieber, wenn unsere Mitarbeiter unser Parkhaus nutzen, um solche Konflikte zu vermeiden“, sagt SMA-Sprecherin Susanne Henkel. Regelmäßig werde im firmeneigenen Intranet und in der SMA-Mitarbeiterzeitschrift darauf hingewiesen. „Wir können aber nur appelieren, das Parkhaus zu nutzen, nicht zwingen“, sagt Henkel.

Und was ist mit einem extra Stellplatz für Autofahrer mit Behinderungen? Im Fall Batke müsse eine außergewöhnliche Gehbehinderung (aG) vorliegen, damit direkt vor der Haustür ein entsprechender Stellplatz markiert werden kann, sagt Engelhardt-Fröhlich. Doch auch hier guckt Batke in die Röhre: Sein Behindertenausweis zeichnet nur ein G für gehbehindert aus – das „außergewöhnlich“ fehlt.

Engelhardt Fröhlich aber macht Hans Joachim Batke Mut. „Ein Antrag auf aG sollte gestellt werden. Das Hessische Amt für Soziales und Versorgung betrachtet immer den Einzelfall.“

Darauf hofft nun Batke: „Denn ich weiß nicht, was ich sonst noch für Krankheiten kriegen muss, bis ich mein Auto vor die Tür stellen kann.“

Von Boris Naumann

Fotos: Sandershäuser Berg: Neue Fassade bei SMA

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