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Sontheimer will vier Ärzte vor die Tür setzen

Klinikum kündigt Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie

Sontheimer will vier Ärzte vor die Tür setzen

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Kassel. Nachdem die fristlose Kündigung von Chefarzt Dr. Hermann Sons inzwischen das Arbeitsgericht beschäftigt, steht dem Klinikum weiterer Ärger ins Haus.

Gerhard M. Sontheimer

Vorstandschef Dr. Gerhard M. Sontheimer will die unter dem Dach des Krankenhauses am Möncheberg tätige Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie vor die Tür setzen. Das würde für die vier dort tätigen Fachärzte und deren Familien den Verlust der wirtschaftlichen Existenz bedeuten.

Für das Kasseler Klinikum könnte auch dieser Vorstoß Sontheimers teure Folgen haben. Der Wert der Gemeinschaftspraxis soll laut Gutachten elf Millionen Euro betragen. Die vier betroffenen Ärzte haben nach Informationen der HNA in einem Brief an alle Aufsichtsratsmitglieder angekündigt, gegen den geplanten Rauswurf bei einer unzureichenden Abfindungsregelung ein ordentliches Gericht anzurufen. Vor einem Schiedsgericht wird bereits seit Ende 2008 um die Gemeinschaftspraxis gestritten.

Im Jahr 2000 hatte das Klinikum die Strahlentherapie (siehe Hintergrund) privatisiert, weil es nicht gelungen war, externe Radiotherapeuten für eine Einstellung im Krankenhaus zu gewinnen. Zwei Ärztinnen gründeten die Gemeinschaftspraxis und schlossen einen Kooperationsvertrag über zehn Jahre mit dem Klinikum. Der Vertrag soll jetzt zum Jahresende 2010 auslaufen. Bereits seit Sommer 2007 wurde über eine Rückführung der eigenständigen Praxis, die 2006 um zwei zusätzliche Fachärzte erweitert wurde, zurück ins Krankenhaus verhandelt. Weil dies offenbar nicht zu dem von Sontheimer gewünschten Ergebnis führte, wurde Ende 2008 ein Schiedsverfahren eingeleitet. Weil das Verfahren noch andauert, wollen sich weder die betroffenen Ärzte der Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie noch das Klinikum in der Öffentlichkeit zur Sache äußern.

Kritiker fürchten mit dem drohenden Rauswurf des Strahlentherapie-Teams eine Entwicklung wie in der Pathologie des Klinikums. Nachdem das Pathologen-Team im Streit mit Sontheimer das Krankenhaus verlassen und die Pathologie Nordhessen gegründet hatte, verlor das Klinikum jede Menge externe Aufträge.

Obwohl der Aufsichtsrat des Klinikums mit der fristlosen Kündigung für Dr. Hermann Sons, dem Streit um die Strahlentherapie sowie die geplante Gründung einer Medizinhochschule am Kasseler Klinikum gleich drei schwergewichtige Themen zu debattieren hätte, wurde die für den 7. September geplante Sitzung auf den 30. September verschoben. Terminprobleme seien der Grund dafür, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende, Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD).

Von Jörg Steinbach

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