1608.09.1008.09.10|Kassel
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Kassel. Hinter verschlossenen Türen begann am Mittwoch vor dem Kasseler Landgericht der Prozess gegen einen heute 25-Jährigen, der als Zivildienstleistender vor über drei Jahren Behinderte sexuell missbraucht haben soll.
Dem Kasseler wird vorgeworfen, in den Jahren 2006 und 2007 drei junge Behinderte, die von der Baunataler Diakonie Kassel betreut wurden, missbraucht zu haben. Laut Staatsanwaltschaft geht es um zehn Taten. Dem Vernehmen nach ereigneten sich die Vorkommnisse in einer Heimeinrichtung der Baunataler Diakonie im Landkreis Kassel.
Auf die sexuellen Übergriffe aufmerksam geworden waren Mitarbeiter der diakonischen Einrichtung, nachdem sich der Beschuldigte auch nach Beendigung seines Zivildienstes regelmäßig im Heim aufhielt und Kontakt zu den körperlich und geistig behinderten Jugendlichen hielt. Er habe einige zu sich nach Hause eingeladen. „Da sind unsere Mitarbeiter hellhörig geworden und haben nachgeforscht“, sagt Thomas Helmstett, Sprecher der Baunataler Diakonie Kassel. Sofort seien die Eltern der Jugendlichen, die Heimaufsicht und die Polizei informiert worden, und man habe im April 2007 Anzeige erstattet.
Der ehemalige Zivi soll sich demnach an zwei damals 16- und 17-jährigen jungen Männern vergangen haben. Eine jung Frau sei in der Lage gewesen, die Übergriffe abzuwehren. Die drei Opfer treten jetzt im Prozess als Nebenkläger auf.
Nachdem die Diakoniemitarbeiter Verdacht geschöpft hatten, befragten sie die Heimbewohner, die sich ihnen dann anvertrauten. „Es ist für behinderte Menschen nicht immer einfach, sich zu artikulieren“, sagt Helmstett. Die betroffenen Jugendlichen seien psychologisch betreut worden. „Wir haben sofort mit Transparenz reagiert“, sagt Helmstett, „und wir sind irritiert, dass bis zum Prozessbeginn so viel Zeit vergangen ist.“ (pas/chr)
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