Kassel. Noch ziehen die Schwimmer im Stadtbad Mitte ihre Bahnen. Doch im Rathaus gibt es schon Pläne, wie das Areal bebaut werden könnte. Das Grundstück ist heiß begehrt: Für das Sahnestück, das gemeinsam mit dem benachbarten Haus der Begegnung über einen Makler zum Kauf angeboten wird, gibt es zahlreiche Interessenten.
Nach Auskunft der Städtischen Werke, die Eigentümer des Hallenbades sind, haben sich rund zehn Investoren aus dem gesamten Bundesgebiet gemeldet.
„Das Grundstück ist eine echte Chance“, sagt Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne). Eine neue Bebauung könne sich positiv auf die Entwicklung der Kurt-Schumacher-Straße und das Umfeld der Universität auswirken. Chancen ergeben sich auch dadurch, dass sich das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche Deutschlands von seinem Haus der Begegnung trennen will, was Investoren mehr Spielraum ermöglicht. Das Diakonische Werk folgt damit laut Pressesprecherin Ute Burbach-Tasso dem Wunsch von Stadt und Städtischen Werken. Das Gelände misst zusammen 6650 Quadratmeter und ist etwas größer als ein Fußballfeld.
Das marode Stadtbad wird abgerissen, sobald das kombinierte Hallen- und Freibad am Auedamm steht. Das wird laut Zeitplan im Frühjahr 2013 fertig sein. Nach dem Abriss des Stadtbades kann auf dem Gelände zwischen Kurt-Schumacher-Straße und Hedwigstraße, Mauerstraße und Unterer Königsstraße gebaut werden. Wie das Areal unter stadträumlichen und wirtschaftlichen Aspekten genutzt werden kann, haben die Dortmunder Büros Scheuvens + Wachtens sowie Junker + Kruse im Auftrag der Stadt untersucht (siehe Hintergrund).
Großflächigen Einzelhandel schließen sie aus. Die Planer empfehlen eine Mischung aus Wohnen und Büroflächen. Laut Heinz Spangenberg, Leiter des Stadtplanungsamtes, addieren sich die Verkaufsflächen in der Kasseler Innenstadt mit dem Neubau von Peek & Cloppenburg auf 130.000 Quadratmeter. Weitere oder ergänzende Flächen seien nicht notwendig. Dagegen gebe es trotz der Leerstände Bedarf an hochwertigen Büroräumen im Stadtzentrum. Zudem wolle man das Wohnen in der Innenstadt stärken. Den Standort halten die Planer auch wegen des benachbarten Lutherplatzes mit seinem alten Baumbestand für attraktiv.
Die Studie werde als Grundlage für den Entwurf des Kaufvertrags dienen, sagt Ingo Pijanka, Pressesprecher der Städtischen Werke. Die Werke wollen das Grundstück bis Ende des Jahres verkaufen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir im Frühjahr 2013 mit dem Abriss beginnen können“, sagt Pijanka. Angaben über die Interessenten und den Kaufpreis macht der Sprecher nicht. Mit den potenziellen Käufern sei Stillschweigen vereinbart worden. In der Vergangenheit war von vier bis fünf Millionen Euro die Rede.
Von Ellen Schwaab
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(18.8)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.2)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(14.0)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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