Gehen wir mal davon aus, dass Klinik-Chef Sontheimer einen klaren Auftrag hat: Er soll im Klinikum die Kosten senken, neue Gehaltsstrukturen gerade auf der Chefarztebene schaffen und das Unternehmen zumindest kaufmännisch auf Kurs bringen.
Dazu scheint ihm mit Billigung der Kasseler Politik, vornehmlich geduldet von Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Bürgermeister Jürgen Kaiser, jedes Mittel recht zu sein.
Die Art und Weise, wie er jetzt Hermann Sons aus dem Weg räumte, kennt in städtischen Unternehmen Kassels keinen vergleichbaren Vorgang.
HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden über den Fall SonsSons, der die Herzchirurgie in Kassel unter Aufbietung aller persönlicher Kräfte durch schwierigste Zeiten steuerte, wird auf der Zielgeraden seines Berufslebens nicht nur seines Jobs beraubt, sondern auch seiner Würde und seiner beruflichen Reputation. Wer fristlos gekündigt wird, ist in dieser Berufswelt nun einmal stigmatisiert - egal, wie danach Gerichte entscheiden.
Was ein solcher Akt zudem aus Privatsphäre und Familienleben macht - dies ist kaum zu messen und Sontheimer vermutlich ohnehin völlig wurscht.
Unterm Strich bleibt die Vermutung, dass der Klinikchef hier fahrlässig und ohne Rechtsgrundlage eine unliebsame Führungskraft aus dem Unternehmen gekegelt hat. Die Abfindung, die jetzt fällig wird, bürdet dem Klinikum eine Last auf, die man locker hätte vermeiden können.
Und Sontheimers Abschussliste derer, die er verprellt oder entlassen hat, wird immer länger: Pathologe Josef Rüschoff, der nun mit eigenem Unternehmen Erfolge feiert. Urologe Peter Albers, der rechtzeitig nach Düsseldorf entschwand. Geschäftsführer Wolfgang Schwarz - zu den Seniorenwohnanlagen abgeschoben. Viele andere wahrscheinlich nur noch resigniert und demotiviert an Deck.
Der Ruf des Klinikums ist bundesweit mehr als ramponiert, die Stimmung bei den Beschäftigten auf dem Tiefpunkt. Und was macht der Aufsichtsrat? Er schweigt.
Lange Zeit führte Bertram Hilgen den Vorsitz. Es ist nicht bekannt, dass er sich Sontheimers Rambo-Kurs widersetzte. Wohl wissend um die Sprengkraft des Themas Klinikum gab er vorsichtshalber wenige Monate vor der OB-Wahl den Vorsitz an Jürgen Kaiser ab. Problemlösung durch Flucht in die Nicht-Verantwortung.
Der Aufsichtsrat insgesamt - offensichtlich ein Sparringspartner, der Sontheimer nicht kontrollieren kann. Die Krise im Klinikum wird derweil immer größer - weil der, der sie auslöst, sie managen soll.
Was für ein Irrsinn!
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(18.8)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.2)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(14.0)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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