Superbanner

Standpunkt: Der Irrsinn im Klinikum geht weiter

HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden (E-Mail: hos@hna.de) über den Fall Sons

Standpunkt: Der Irrsinn im Klinikum geht weiter

    • recommendbutton_count100
    • 202
    • 6

Gehen wir mal davon aus, dass Klinik-Chef Sontheimer einen klaren Auftrag hat: Er soll im Klinikum die Kosten senken, neue Gehaltsstrukturen gerade auf der Chefarztebene schaffen und das Unternehmen zumindest kaufmännisch auf Kurs bringen.

Dazu scheint ihm mit Billigung der Kasseler Politik, vornehmlich geduldet von Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Bürgermeister Jürgen Kaiser, jedes Mittel recht zu sein.

Die Art und Weise, wie er jetzt Hermann Sons aus dem Weg räumte, kennt in städtischen Unternehmen Kassels keinen vergleichbaren Vorgang.

HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden über den Fall Sons

Sons, der die Herzchirurgie in Kassel unter Aufbietung aller persönlicher Kräfte durch schwierigste Zeiten steuerte, wird auf der Zielgeraden seines Berufslebens nicht nur seines Jobs beraubt, sondern auch seiner Würde und seiner beruflichen Reputation. Wer fristlos gekündigt wird, ist in dieser Berufswelt nun einmal stigmatisiert - egal, wie danach Gerichte entscheiden.

Was ein solcher Akt zudem aus Privatsphäre und Familienleben macht - dies ist kaum zu messen und Sontheimer vermutlich ohnehin völlig wurscht.

Unterm Strich bleibt die Vermutung, dass der Klinikchef hier fahrlässig und ohne Rechtsgrundlage eine unliebsame Führungskraft aus dem Unternehmen gekegelt hat. Die Abfindung, die jetzt fällig wird, bürdet dem Klinikum eine Last auf, die man locker hätte vermeiden können.

Und Sontheimers Abschussliste derer, die er verprellt oder entlassen hat, wird immer länger: Pathologe Josef Rüschoff, der nun mit eigenem Unternehmen Erfolge feiert. Urologe Peter Albers, der rechtzeitig nach Düsseldorf entschwand. Geschäftsführer Wolfgang Schwarz - zu den Seniorenwohnanlagen abgeschoben. Viele andere wahrscheinlich nur noch resigniert und demotiviert an Deck.

Der Ruf des Klinikums ist bundesweit mehr als ramponiert, die Stimmung bei den Beschäftigten auf dem Tiefpunkt. Und was macht der Aufsichtsrat? Er schweigt.

Lange Zeit führte Bertram Hilgen den Vorsitz. Es ist nicht bekannt, dass er sich Sontheimers Rambo-Kurs widersetzte. Wohl wissend um die Sprengkraft des Themas Klinikum gab er vorsichtshalber wenige Monate vor der OB-Wahl den Vorsitz an Jürgen Kaiser ab. Problemlösung durch Flucht in die Nicht-Verantwortung.

Der Aufsichtsrat insgesamt - offensichtlich ein Sparringspartner, der Sontheimer nicht kontrollieren kann. Die Krise im Klinikum wird derweil immer größer - weil der, der sie auslöst, sie managen soll.

Was für ein Irrsinn!

zurück zur Übersicht: Kassel

Kommentare

Kassel aktuell

Elwe: Über 4000 Buchungen für documenta-Hotel in einstigem Gefängnis

Elwe: Über 4000 Buchungen für documenta-Hotel in ehemaligem Gefängnis

Kassel. Die Elwe rüstet sich für die documenta: Aus den spartanischen Zellen des einstigen Untersuchungsgefängnisses sind individuelle Zimmer …Mehr...

Ab heute gilt höherer Taxitarif - Fahrer dürfen ihn nicht anwenden

Ab heute gilt höherer Taxitarif - Fahrer dürfen ihn nicht anwenden

Kassel. Ab heute gelten in Kassel offiziell neue, höhere Taxipreise – nur anwenden kann sie bis auf Weiteres kein Chauffeur. Zwischen den Behörden, …Mehr...

Aktuelle Umfrage

Meist gelesen

  • Heute
  • Letzte 7 Tage
  • Themen

Panzermine in der Fulda gesprengt - Suche nach Phosphorbombe abgebrochen

Kassel. Unvermuteter Fund in der Fulda: Während Taucher am Donnerstagvormittag nach einer Phosphorbombe suchten, die auf Höhe des Motoryacht-Clubs in dem Fluss liegen soll, fanden sie eine Panzermine. Am Nachmittag wurde die Mine dann gesprengt.Mehr...

Artikel lizenziert durch © hna
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.hna.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper