Kassel. Wenn sich Taten wie das Familiendrama in Wilhelmshöhe ereignen, sind Seelsorger von Beginn an eingebunden. „Wir versuchen, Beistand zu leisten“, sagt Landespolizeipfarrer Kurt Grützner über die sogenannte erste Akuthilfe.
„Beistand im besten Sinne des Wortes.“ So seien Seelsorger zum Beispiel beim Überbringen der Todesnachricht dabei, um Angehörigen Halt zu geben.
Doch auch in der Folge erhalten Angehörige psychologischen Beistand. Für das Polizeipräsidium Nordhessen sei ein Kriseninterventionsteam im Einsatz, sagte Pressesprecher Wolfgang Jungnitsch. Auch das Gesundheitsamt von Stadt und Region Kassel biete Hilfe an, sagte Stadtsprecher Hans-Jürgen Schweinsberg.
Für Grützner und seine Kollegen beginnt nach der ersten Akuthilfe die Arbeit mit den Einsatzkräften. Zum Beispiel bei der Feuerwehr, wo es seit etwa zehn Jahren ein sogenanntes Einsatznachbereitungsteam gibt. Das habe sich inzwischen bewährt, sagt der 55-Jährige. Dort bekommen Feuerwehrleute mit „seelischen Engpässen“ das Angebot zu Gesprächen. Gerade wenn Kinder zu den Betroffenen zählen, verschärfe das die Situation, sagt Grützner. „Dann sind Einsatzkräfte nicht mehr so widerstandsfähig wie sonst.“
Kurt Grützner ist seit etwa zehn Jahren Beauftragter für Polizei- und Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck. 23 Jahre arbeitet er als Seelsorger für Polizisten. Zum Landespolizeipfarrer wurde er 2006 ernannt. In der Notfallseelsorge arbeitet er mit einem weiteren Kollegen. So ist sicher, dass die Notfallseelsorge rund um die Uhr besetzt ist.
Erklärungen finden aber auch erfahrene Seelsorger wie er nur schwer für solch eine Tat, wie sie sich in Wilhelmshöhe ereignet hat. „Der Vater muss ein Gefühl von absoluter Ausweglosigkeit gehabt haben“, sagt Grützner. „Es ist wirklich grauenhaft.“
Bei der Suche nach Erklärungen sieht er aber auch ein gesellschaftliches Problem. Man dürfe so etwas nicht insoweit individualisieren, dass ein Einzelner „einfach durchgeknallt ist“, weil er die Trennung von der Partnerin nicht verkrafte, sagt Grützner. „Haben wir denn nicht mehr die Fähigkeit, mit Enttäuschungen umzugehen?“ Er wertet das als Zeichen, dass in der Gesellschaft etwas nicht stimmt.
Von Claas Michaelis
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(18.8)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.2)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(14.0)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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