1517.07.1017.07.10|Kassel|19 Kommentare
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Kassel. Es ist jedes Jahr das- selbe Bild: Das Kasseler Tierheim Wau-Mau-Insel platzt in den Sommerferien wegen Überfüllung aus allen Nähten. „Für Katzen mussten wir bereits einen Aufnahmestopp verhängen“, sagt Karsten Plücker, Chef des Tierheims. „Wir können derzeit nur noch Fundkatzen unterbringen, die niemandem gehören.“
Eine ähnliche Situation gibt es bei den Hunden: Vor den Sommerferien seien 50 Prozent mehr als üblich abgegeben worden. Hinzu kämen die vielen Kleintiere wie Hamster, Hasen und Schildkröten. „Die Menschen sind nicht bereit, die Pensionskosten für einen Hamster zu zahlen, den sie für fünf Euro gekauft haben.“
Eine neue Erfahrung sei allerdings, so Plücker, dass vermehrt alte und kranke Tiere ins Tierheim gegeben werden. Er berichtet von einem 13 Jahre alten Mischling, der ein Nierenleiden hat und abgemagert ist. „Das Frauchen kam ins Altenheim, der Hund zu uns und der Enkel hat dafür die Wohnung bekommen.“ Von den Krankheiten der Tiere berichteten die Halter allerdings nur selten. „Die Leute kaufen sich einen Hund für 1200 Euro und sind nicht bereit, für die Tierarztkosten aufzukommen“, sagt Plücker. Von den 300 Hunden, die im Vorjahr in die Wau-Mau-Insel kamen, seien lediglich zwei komplett geimpft gewesen.
Von Ulrike Pflüger-Scherb

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