Kassel. Das große Frieren geht weiter. Zweistellige Minusgrade werden uns auch in den nächsten Tagen begleiten. Und die Folgen: Autobatterien geben auf, Rohre vereisen, alte Heizungen machen schlapp. Auf Hochtouren laufen hingegen die Kraftwerke.
Das Müllheizkraftwerk am Lossewerk und das Fernwärme- und Kombikraftwerk an der Dennhäuser Straße laufen unter Volllast. 230 Megawatt Leistung speisen Kassels drei große Kraftwerke, in denen Wärme und Strom produziert werden, derzeit ein, berichtet Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. Zum Vergleich: im Sommer liegt die Leistung bei 20 Megawatt. Wegen der besonderen Kälte läuft in diesen Tagen zudem je eins der drei Heizwerke, die als Reserve für Kälteperioden vorgehalten werden, sagt Pijanka. „Es ist also noch Luft nach oben.“ Sollte es noch kälter werden, könnte man alle drei Heizkraftwerke zuschalten.
Die Wasserleitungen vereisen, die Telefonleitungen bei Haustechnikfirmen laufen heiß. Geplatzte Wasserrohre und eingefrorene Leitungen gehören bei Truss Haustechnik derzeit zum Tagesgeschäft. Alle elf Monteure sind im Dauereinsatz, berichtet Andreas Gerlach, Leiter des Kundendienstes bei Truss. Manch vereiste Leitung wäre zu vermeiden gewesen, sagt Gerlach: „Wer bei den jetzigen Nachtfrösten ein Kellerfenster auflässt, muss sich nicht wundern.“
Bei Maurer Haustechnik sind derzeit alle 15 Heizlüfter im Einsatz, um vereiste Leitungen aufzutauen. Wer Schwachstellen im Haus kennt, sollte ruhig vorsorglich Wärme darauf geben und sich im Frühjahr um eine bessere Isolierung kümmern, sagt Büroleiter Volker Belz. Wenn es wärmer wird, kommt noch mal ein Schub Aufträge, vermutet Belz: „Dann taut das Eis in den Rohren und die bislang unentdeckten Fälle treten zutage.“Auch zu alten Heizungen, die angesichts der Kälte die Grätsche machen, werden die Installateure häufig gerufen. Brennstoffhandel
Hohe Nachfrage herrscht bei den Heizöl-Lieferanten. Dreimal so viele Anfragen wie sonst gebe es seit dem Kälteeinbruch, sagt Frank Humburg vom gleichnamigen Kasseler Brennstoffhandel. „Alle haben wenig Öl und alle wollen sofort beliefert werden.“ Die Lieferzeit betrage momentan angesichts des Ansturms 14 Tage. Auch beim Brennstoffhandel Heinrich Degenhardt in Niestetal werden schon Überstunden geschoben. Viele Kunden hätten wegen der hohen Preise mit dem Einkauf gezögert und angesichts der bisher milden Temperaturen gehofft, so über den Winter zu kommen, weiß Geschäftsführerin Petra Graf. „Und jetzt sind die Preise noch mal gestiegen.“ Das liege auch an der sich verschärfenden Versorgungslage. Denn die Kanäle, auf denen die Schiffe Nachschub befördern, frieren bei der Kälte zu. Das Tanklager an der Söhrestraße, wo die Lieferanten ihre Wagen auffüllen, sei derzeit leer. Erst am Mittwoch komme eine neue Lieferung.
Von Katja Rudolph
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(18.9)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.5)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(13.6)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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