Kassel. Bei Banken und Behörden geht die Angst vor Briefbomben um. Erst wurde ein Anschlag auf Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vereitelt, dann explodierte bei der Steuerbehörde in Rom ein Sprengsatz. Weitere Bomben wurden abgefangen. Das Kasseler Traditionsunternehmen Hübner entwickelt gerade ein Gerät, das solche Sprengsätze, aber auch Drogensendungen, entdecken soll.
Der Prototyp ist schon fertig. Das Brief-Spektrometer „T-Cognition 1.0“ ist ein fast mannshoher schwarzer Kasten mit einem handelsüblichen Computer. Eine mit Styropor ausgelegte Schublade nimmt den Brief auf. Der Prototyp ist für Kuverts bis DIN C5 ausgelegt. „Aber es funktioniert auch mit größeren Umschlägen bis etwa zwei Zentimeter Dicke“, sagt Thorsten Sprenger.
Der Ingenieur leitet bei Hübner die Abteilung Forschung und Entwicklung für Sicherheitstechnologie. Den Briefbomben-Scanner hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für physikalische Messtechnik in Kaiserslautern und der Dortmunder Softwarefirma Ianus entwickelt. Von Hübner stammt die Idee, und das Unternehmen hat das gesamte Projekt allein finanziert.
Postgeheimnis bleibt gewahrt
Das Spektrometer durchleuchtet Briefe und Päckchen mit Terahertz-Wellen. Jeder Stoff, der von ihnen beleuchtet wird, verändert die Welle in einer ganz bestimmten Weise, die ein Empfänger aufnehmen kann. „Das ist wie ein Terahertz-Fingerabdruck, den wir mit einer Datenbank abgleichen“, sagt Sprenger. So kann der Inhalt einer Sendung gezielt auf bestimmte Stoffe hin überprüft werden, ohne sie zu öffnen und das Postgeheimnis zu verletzen. Neben Sprengstoffen könnten etwa auch Drogen identifiziert werden, die zum Beispiel in ein Gefängnis geschmuggelt werden sollen.
„Das Wissen um den Terahertz-Fingerabdruck ist grundsätzlich nichts Neues“, gibt Sprenger zu. Aber lange Zeit fehlten Sender und Empfänger, die auch wirtschaftlich eingesetzt werden konnten. Das hat sich inzwischen geändert. Die Mitarbeiter bei Hübner hatten die Idee, wie diese Technologie außerhalb des Labors mit einer automatisierten Analysesoftware eingesetzt werden kann, um etwa Sprengstoff zu entdecken. Diese automatisierte Analyse hat das Gerät den teilweise eingesetzten Röntgengeräten voraus, bei denen ein Mensch die Bilder deuten muss.
Der Prototyp des Brief-Spektrometers ist bereits einsatzbereit. Derzeit dauert jeder einzelne Messpunkt noch etwa eine Minute. Das soll 2012 optimiert werden. „Da ist noch viel Potenzial vorhanden“, ist sich Sprenger sicher. In den kommenden Monaten will das Unternehmen auch mit möglichen Abnehmern sprechen, um das Gerät an deren Ansprüche anzupassen. Im zweiten Halbjahr 2012 soll der „T-Cognition“ dann marktreif sein.
Von Marcus Janz
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(18.9)%1. Weiterhin über die Wegmannstraße
(67.5)%2. Über die Waldecker Straße und Am Ziegenberg
(13.6)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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