Superbanner

Firma Hübner: Briefbomben-Scanner aus in Kassel

Ein neues Gerät der Hübner-Gruppe kann Sprengstoffe in Briefen entdecken

Briefbomben-Scanner: Entwickelt in Kassel

    • recommendbutton_count100
    • 64
    • 2

Kassel. Bei Banken und Behörden geht die Angst vor Briefbomben um. Erst wurde ein Anschlag auf Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vereitelt, dann explodierte bei der Steuerbehörde in Rom ein Sprengsatz. Weitere Bomben wurden abgefangen. Das Kasseler Traditionsunternehmen Hübner entwickelt gerade ein Gerät, das solche Sprengsätze, aber auch Drogensendungen, entdecken soll.

Spürt Sprengstoffe auf: Forschungsleiter Thorsten Sprenger und Projektleiter Daniel Hübsch von der Hübner-Gruppe mit dem Prototyp des Terahertz-Scanners „T-Cognition 1.0“. Foto: Janz

Der Prototyp ist schon fertig. Das Brief-Spektrometer „T-Cognition 1.0“ ist ein fast mannshoher schwarzer Kasten mit einem handelsüblichen Computer. Eine mit Styropor ausgelegte Schublade nimmt den Brief auf. Der Prototyp ist für Kuverts bis DIN C5 ausgelegt. „Aber es funktioniert auch mit größeren Umschlägen bis etwa zwei Zentimeter Dicke“, sagt Thorsten Sprenger.

Der Ingenieur leitet bei Hübner die Abteilung Forschung und Entwicklung für Sicherheitstechnologie. Den Briefbomben-Scanner hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für physikalische Messtechnik in Kaiserslautern und der Dortmunder Softwarefirma Ianus entwickelt. Von Hübner stammt die Idee, und das Unternehmen hat das gesamte Projekt allein finanziert.

Postgeheimnis bleibt gewahrt

Das Spektrometer durchleuchtet Briefe und Päckchen mit Terahertz-Wellen. Jeder Stoff, der von ihnen beleuchtet wird, verändert die Welle in einer ganz bestimmten Weise, die ein Empfänger aufnehmen kann. „Das ist wie ein Terahertz-Fingerabdruck, den wir mit einer Datenbank abgleichen“, sagt Sprenger. So kann der Inhalt einer Sendung gezielt auf bestimmte Stoffe hin überprüft werden, ohne sie zu öffnen und das Postgeheimnis zu verletzen. Neben Sprengstoffen könnten etwa auch Drogen identifiziert werden, die zum Beispiel in ein Gefängnis geschmuggelt werden sollen.

„Das Wissen um den Terahertz-Fingerabdruck ist grundsätzlich nichts Neues“, gibt Sprenger zu. Aber lange Zeit fehlten Sender und Empfänger, die auch wirtschaftlich eingesetzt werden konnten. Das hat sich inzwischen geändert. Die Mitarbeiter bei Hübner hatten die Idee, wie diese Technologie außerhalb des Labors mit einer automatisierten Analysesoftware eingesetzt werden kann, um etwa Sprengstoff zu entdecken. Diese automatisierte Analyse hat das Gerät den teilweise eingesetzten Röntgengeräten voraus, bei denen ein Mensch die Bilder deuten muss.

Der Prototyp des Brief-Spektrometers ist bereits einsatzbereit. Derzeit dauert jeder einzelne Messpunkt noch etwa eine Minute. Das soll 2012 optimiert werden. „Da ist noch viel Potenzial vorhanden“, ist sich Sprenger sicher. In den kommenden Monaten will das Unternehmen auch mit möglichen Abnehmern sprechen, um das Gerät an deren Ansprüche anzupassen. Im zweiten Halbjahr 2012 soll der „T-Cognition“ dann marktreif sein.

Von Marcus Janz

zurück zur Übersicht: Kassel

Kommentare

Kassel aktuell

Bombensuche in der Fulda: Panzermine flog in die Luft

Bombensuche in der Fulda: Panzermine flog in die Luft

Kassel. Die Suche nach einer vermuteten Phosphorbombe in der Fulda war am Donnerstag erfolglos. Stattdessen fanden die Munitionstaucher eine …Mehr...

Haftstrafe für Messerstecher

Kassel. Der junge Mann auf der Anklagebank ist 20 Jahre alt, sieht aber eher aus wie 16 – und hat so viel auf dem Kerbholz, wie die meisten Menschen …Mehr...

Aktuelle Umfrage

Meist gelesen

  • Heute
  • Letzte 7 Tage
  • Themen

Panzermine in der Fulda gesprengt - Suche nach Phosphorbombe abgebrochen

Kassel. Unvermuteter Fund in der Fulda: Während Taucher am Donnerstagvormittag nach einer Phosphorbombe suchten, die auf Höhe des Motoryacht-Clubs in dem Fluss liegen soll, fanden sie eine Panzermine. Am Nachmittag wurde die Mine dann gesprengt.Mehr...

HIV in Kassel: Zahl der Infektionen nimmt zu

Kassel. Die Gesundheitsbehörden der Region sind aufgeschreckt: Die Zahl der gemeldeten Neudiagnosen mit dem gefürchteten Immundefekt-Virus HIV hat bereits jetzt die Höhe des gesamten Vorjahres erreicht.Mehr...

Artikel lizenziert durch © hna
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.hna.de

Neues Passwort zusenden

Bitte geben Sie ihre E-Mail Adresse an, wir senden Ihnen ein neues Passwort zu.

Bitte warten

Es wird etwas gemacht.

  • recommendbutton_count100
Schließen

Druckvorschau

Artikel:

Schließen

Artikel Empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

SkyScraper