Wohnumfeld aufgemöbelt

Die GWH hat für 1,74 Millionen Euro in Helleböhn das Quartier verbessert

Wohnumfeld aufgemöbelt

029.12.0929.12.09|Kassel|
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Süsterfeld-Helleböhn. Günther Nölke deutet dorthin, wo sich ein schmaler Weg vom Parkplatz, vorbei an Büschen, zwischen den Häuserblöcken schlängelt. „Das ist abends eine dunkle Ecke“, sagt der Vorsitzende des Mieterbeirats der Helleböhn-Siedlung. Das Problem habe man schon erkannt, sagt Stefan Bürger, Kasseler Geschäftsstellenleiter der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft Hessen (GWH) während des Rundgangs.

Durchblick auf die Siedlung: GWH-Leiter Stefan Bürger und Ursula Jüngling lugen durch die Skulptur des Helleböhn-Tors.

Durchblick auf die Siedlung: GWH-Leiter Stefan Bürger und Ursula Jüngling lugen durch die Skulptur des Helleböhn-Tors.

Die GWH hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren viel Geld in die Hand genommen, um das von 1600 Mietern bewohnte Ensemble der teilweise aus den 1950er-Jahren stammenden Häuserburgen zwischen Rhönplatz und Heinrich-Schütz-Straße aufzumöbeln und das Wohnumfeld zu verbessern: 1,74 Millionen Euro hat die Gesellschaft in 16 Einzelprojekte investiert und 500 Einzelaufträge an Firmen aus der Region vergeben. Der Mieterbeirat hat Ideen eingebracht. Die verbesserte Beleuchtung ist ein Teil des Konzepts. „Vor allem ältere Menschen fühlen sich sicherer, wenn es hell ist“, sagt Ursula Jüngling, die wie ihr Mann Rolf dem Mieterbeirat angehört. 40 zusätzliche Leuchten wurden schon aufgestellt. Weitere sollen folgen.

Die Liste der sonst noch umgesetzten Einzelmaßnahmen ist lang: Neben den kostspieligen Hinguckern wie dem 45 Tonnen schweren „Roten Sofa“, der Betonskulptur des Helleböhn-Tors an der Schütz-Allee und dem platzartigen „Rhön-Balkon“ gibt es eine Vielzahl von Verbesserungen, die den Mietern unmittelbar das Leben leichter machen: 64 neue Balkone, drei Aufzüge in vierstöckigen Häusern, barrierefreie Zugänge, Bänke und Stühle für den Plausch im Freien, viele neue Spielplätze und riesige Pflanzkübel auf der Meißnerstraße, die die Raser unter den Autofahrern dort ausbremsen sollen.

Dazu gibt es ein neu gestaltetes Wegenetz, das dem Wohnquartier ein markantes Gesicht gibt. Die Siedlung solle ihren Bewohnern ein Heimatgefühl und Identität vermitteln, sagt Bürger.

Der Mieterbeirat ist mit dem Ergebnis zufrieden. Sogar der Einbau der Aufzüge, der für die betroffenen Hausbewohner zu Mieterhöhungen führte, werde inzwischen von allen begrüßt. „Die größten Kritiker sind inzwischen die eifrigsten Nutzer“, sagt Rolf Jüngling.

Ältere Bewohner

Das GWH-Projekt sei eine Investition in die Zukunft der Siedlung, um Leerstände abzuwenden. Denn die Bewohner werden immer älter, sie benötigen beispielsweise Wege, die auch mit dem Rollator zu bewältigen sind. Gleichzeitig wirbt die GWH um neue, junge Mieter. Die kämen aber nur, wenn das Wohnumfeld stimmt, sagt Landschaftsarchitekt Erik Hanf. (pdi)

Info: GWH-Mieterbeirat lädt zu offenen Sitzungen jeden zweiten Mittwoch, 18 Uhr, Café-Treff Rhön-Balkon, ein.

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