Kassel. Ein so genannter Fan des KSV Hessen Kassel saß am Montag auf der Anklagebank, weil er mit einem Böller seine Begeisterung für seinen Verein derart heftig zum Ausdruck gebracht hatte, dass ein Ordner ein „Knalltrauma“ erlitt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm deshalb gefährliche Körperverletzung vor.
Der 21-Jährige war im April mit anderen Fans zu einem Spiel des KSV gegen die U-23-Mannschaft von Eintracht Frankfurt in die Mainmetropole gefahren. „Ich habe den Böller gezündet, aber ich war felsenfest davon ausgegangen, dass ich ihn nicht in Richtung des Ordners geworfen habe“, gestand der junge Mann am Montag seine Tat. „Es tut mir leid, ich kann es nicht mehr rückgängig machen.“ Er habe, beteuerte er, aus seinem Fehler gelernt.
Der 43-jährige Ordner, dem das Erlebnis zwei Tage andauernde Hörbeschwerden beschert hatte, musste am Montag nicht als Zeuge vor Gericht erscheinen. Er hatte vor der Verhandlung in seiner Vernehmung angegeben, dass er vor dem Gästeblock damit beschäftigt gewesen sei, die Überreste von Feuerwerkskörpern aufzusammeln, da sei ihm der Böller vor die Füße gefallen und explodiert. Die im Stadion installierte Videoüberwachungsanlage hatte die Aktion aufgezeichnet, so konnte der 21-jährige Kasseler als Urheber identifiziert werden.
Ein Polizeibeamter, der für die Betreuung „problembehafteter Fans“ aus Kassel in Frankfurt eingesetzt war, berichtete als Zeuge vor Gericht, dass schon vor dem Spiel ein Ordner von einem Böller verletzt worden sei. „Solche Nord-Süd-Derbys haben immer eine Brisanz.“ Bei den Kontrollen am Stadioneingang, die nicht nur in Frankfurt von privaten Sicherheitsdiensten vorgenommen werden, seien solche Feuerwerkskörper nur schwer festzustellen, weil sich die – in Deutschland meist gar nicht zugelassenen - Pappröhrchen gut am Körper verstecken ließen, sagte der Beamte. Der 21-Jährige sagte vor Gericht, er gehöre zum Umfeld von „Scena Chassalla“. Die Fangruppe wirbt auf ihrer Internetseite dafür, Pyrotechnik im Stadion zu legalisieren, fordert an gleicher Stelle aber auch: "Schluss mit Böllern, Kanonenschlägen und sonstigen Knallkörpern. Die Dinger sind klein und fies, weil niemand auf den Schlag vorbereitet ist. Und Feierstimmung schaffen sie auch nicht.“
„Warum zündet man so etwas, geht es nicht darum, sich ein Fußballspiel anzuschauen“, wollte Richterin Schornstein-Bayer vom Angeklagten wissen. „Ich kann ihnen das auch nicht sagen, vielleicht geht es darum zu provozieren“, antwortete der 21-Jährige. Er habe nicht darüber nachgedacht, was die Folgen für andere Menschen im Stadion sein könnten.
Eine erste Folge für ihn ist ein bundesweites Stadionverbot für alle Fußballspiele bis 2012. Das Amtsgericht verurteilte ihn am Montag zu einem zweiwöchigen Arrest. „Das war kein Ladendiebstahl“, begründete die Richterin ihr Urteil, das höher als die Forderung der Staatsanwaltschaft ausfiel, die nur eine Woche beantragt hatte. (pas)
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(13.6)%3. In einer kombinierten Lösung über beide Straßen



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