Witzenhausen. Als Angela Fischer Blumensträuße und Glückwünsche schon entgegengenommen hat, betritt Michael Zimmermann den Witzenhäuser Rathaussaal. Während sich die Amtsinhaberin mit ihren CDU-Parteifreunden und ihren Töchtern sichtlich über das Ergebnis freut, sind die Gesichter bei den Genossen ziemlich lang.
Michael Zimmermann und seine Parteifreunde von der SPD sind enttäuscht. Einige sehen die Ursache im guten Ergebnis des parteilosen Kandidaten Hans Spinn. Zum Beispiel der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth. "Ich bin überrascht", sagt er. Spinn hat im Bundestagswahlkampf auch schon gegen Roth kandidiert. Damals habe Spinn im gesamten Wahlkreis mit 240 000 Wählern weniger Stimmen bekommen als jetzt bei der Bürgermeisterwahl. Entscheidend für den Ausgang seien aber weniger die Spinn-Wähler als vielmehr die Nichtwähler.
Witzenhausens SPD-Parteichef Peter Schill hat eine andere Theorie: "Ich hätte mir mehr Unterstützung von der Wählerschaft der Grünen erhofft." Aber womöglich sei auch das SPD-Klientel nicht so zahlreich wie erhofft zur Wahl gegangen, sagt Schill.
Darüber freut sich CDU-Parteichef Jörg Losemann, der eifrig mitschreibt, als die Zwischenergebnisse auf der Leinwand erscheinen. Als gegen 18.45 Uhr die Zahlen aus den großen Ortsteilen angezeigt werden, jubelt er: "Wir haben Gertenbach und Ermschwerd geholt." Hier hatte Losemann eigentlich mit einem Vorteil für SPD-Kandidat Zimmermann gerechnet. (clm)
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