Werra-Meißner. Immer mehr Straftaten im Werra-Meißner-Kreis werden gewissermaßen aus heimischen Wohnzimmern begangen. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Vermögensdelikte von 1103 im Jahr 2010 auf 1205 deutlich angestiegen.
Den größte Teil davon machen Betrugsdelikte aus, deren Zahl von 801 auf 916 im Jahr 2011 gestiegen ist, ein Plus von 14,4 Prozent.
Typische Fälle seien Betrügereien über das Internet, schilderten Nordhessens Polizeipräsident Eckhard Sauer und Thomas Beck, Leiter der Polizeidirektion Werra-Meißner, die gestern die Polizeiliche Kriminalstatistik für den Werra-Meißner-Kreis vorstellten.
Immer mehr häuften sich Fälle, in den Waren bestellt, aber nicht bezahlt werden. Inzwischen machten solche Straftaten knapp ein Drittel der Betrugsdelikte aus.
Deswegen warne die Polizei auch stets vor bestimmten Methoden, die wiederkehrend sind, sagte Rainer Neusüß, Leiter der regionalen Kriminalinspektion. Während zum Beispiel Diebstähle zurückgingen, seien Vermögensdelikte im Vergleich zu anderen Formen der Kriminalität spürbar auf dem Vormarsch.
„Die Täter können geschmeidig zu Hause sitzen und ihr Unwesen treiben“, sagte Neusüß. Zudem sei das Risiko entdeckt zu werden, nicht so groß wie bei anderen Straftaten, die auf der Straße geschehen. Dennoch klärte die Polizei 75 Prozent der Betrugsdelikte auf. Ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 67,4 Prozent.
Insgesamt bewerteten Sauer und Beck die Entwicklung der Kriminalität im Werra-Meißner positiv. Die Gesamtzahl der Straftaten lag bei 5357 und sank damit auf einen neuen Tiefstand. 63 Prozent der Taten wurde laut Statistik aufgeklärt. Keine andere Polizeidirektion in Nordhessen kann eine höhere Aufklärungsquote vorweisen. Ein Grund dafür sei die aufmerksame Mithilfe der Bevölkerung, sagte Beck. (clm)
Mehr zu dem Thema in der Samstagsausgabe der HNA Witzenhäuser Allgemeine.



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