Eschwege. Der Deutsche trinkt weniger Bier. 2010 lag der Pro-Kopf-Verbrauch auf dem historischen Tief von 101 Liter. Zum Vergleich: 1991 lag laut dem Statistischen Bundesamt der Verbrauch noch bei 140 Litern. Einen leichten Rückgang beim Bierabsatz hat 2011 auch die Eschweger Klosterbrauerei verzeichnet. „Allerdings nicht so dramatisch wie im Bundestrend“, sagt Marketingchefin Tanja Beck. Man sei mit den Umsätzen immer noch zufrieden.
Auf Bundesebene hofft man, dass die Talsohle durchschritten ist und dank der anstehenden Europa-Fußballmeisterschaft der Konsum wieder steigt. So rosig sieht das der Geschäftsführer der Klosterbrauerei, Ernst Andreas, nicht: Der Bierkonsum sinke seit Jahren merklich. „Mit der sinkenden Nachfrage hat auch der Preiskampf um die verbliebenen Kunden begonnen“, sagt er. In den vergangenen zwei Jahren sei der Konkurrenzdruck im Brauereigeschäft immer größer geworden.
Dass Bier für immer von der Einkaufsliste gestrichen wird, kann sich Tanja Beck allerdings nicht vorstellen: Bier sei nicht einfach ein Getränk, das man beliebig austauschen könne, sondern ein richtiges Kulturgut. „Bier wird immer einen Platz in den Kühlschränken der Verbraucher haben“, ist sie überzeugt.
Allerdings vielleicht künftig öfter mal alkoholfrei: „Den Trend zum alkoholfreien Bier verspüren wir schon seit einiger Zeit“, sagt Beck. Das Schöne daran sei, dass es ein Erfrischungsgetränk sei mit dem herben Geschmack des Biers, aber eben ohne Alkohol. Den Trend weg vom herkömmlichen Bier erklärt Andreas so: Zum einen habe die Absenkung der Promillegrenze bei Verkehrsteilnehmern und das Rauchverbot in Kneipen zu einem Nachfragerückgang geführt und zum anderen seien die Kunden heute gesundheitsbewusster.
Ein weiterer Markt sind die Biermischgetränke, bei denen aber ganz andere Regeln herrschten: „Egal ob Lemon, Grapefruit oder Waldmeister – die Kunden testen, sind der Sorte dann aber meist nicht lange treu“, sagt Beck. Man könne fast sagen, die Sorten überdauern etwa zwei bis drei jahre, sagt Geschäftsführer Ernst Andreas. „Wir sind nun am Überlegen, ob wir uns diesem Rhythmus anpassen und die Produkte regelmäßig wechseln.“
Doch einen Lichtblick gibt es, denn im Ausland ist Bier aus Deutschland gefragter denn je. Beck: „Das liegt daran, dass es in Deutschland das strenge Reinheitsgebot gibt.“
Von Diana Rissmann



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