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350 demonstrieren für ihre Jobs bei Lichtenau e.V.

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Hessisch Lichtenau. Mit einem Fackelzug haben 350 Menschen haben am Donnerstagabend für den Erhalt der diakonischen Einrichtung Lichtenau e.V. demonstriert. Mit einem symbolischen Sarg an der Spitze zogen sie vor das Rathaus von Hessisch Lichtenau.

Bei der Kundgebung äußerten aktuelle und ehemalige Mitarbeiter scharfe Kritik an Vorstand und Aufsichtsgremien von Lichtenau e.V. (clm)

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Über was sich die Mitarbeiter von Lichtenau e.V. am meisten ärgern, war deutlich: die Sprachlosigkeit und Doppelzüngigkeit der Verantwortlichen in Vorstand, Geschäftsführung und Aufsichtsgremien der diakonischen Einrichtung. Auf Transparenten brachten die gut 350 Demonstranten ihren Unmut zum Ausdruck: „Macht endlich Bücher und Münder auf“, stand auf einem Plakat. „Sie wollen uns verschenken, um von ihren Fehlern abzulenken“, auf einem anderen.

Größter Buhmann ist nach Meinung vieler Mitarbeiter wohl der Vorsitzende des Verwaltungsrates Dr. Volker Knöppel, zugleich Vizepräsident der Evangelischen Kirche Kurhessen Waldeck. Das machte Günter Köthke, der frühere, inzwischen pensionierte Leiter der Reha und Pflege Haus 21 von Lichtenau e.V., bei der Abschlusskundgebung vor dem Rathaus deutlich. „Der ist panne“, sagte Köthke über Knöppel, was bei den Mitarbeitern für viel Applaus sorgte.

„11. Gebot: Du sollst nicht begehren Deiner nächsten Klinik.“
Von einem Demo-Plakat

Jahrelang hätten Knöppel und die Aufsichtsgremien der Misswirtschaft früherer Vorstände und Geschäftsführer zugesehen, beklagte Mitarbeiter Friedemann Lux in seiner Rede. Er prangerte überdimensionierte Investitionen und eine vergünstigte Mietwohnung für den früheren Geschäftsführer der Orthopädischen Klinik, Karl-Georg Dittmar, an: „Da wäre selbst unser Bundespräsident schwach geworden.“

Kritik übte Lux unter dem Beifall der Mitarbeiter auch an der aktuellen Geschäftsführung der Orthopädischen Klinik. Zur Kündigung von Dr. Rafael Sambale, Chefarzt der Wirbelsäulenchirurgie, sagte er: „Wir wollen nicht, dass unsere besten Ärzte vergrault werden.“ In arroganter Art setze der Vorstand unwahre Behauptungen über die Kündigung Sambales in die Welt.

Er forderte die Verantwortlichen auf, mit den Mitarbeitern zu sprechen. Nach wie vor gebe es keine Reaktion auf Briefe, die bereits Anfang Januar an Dr. Knöppel geschickt wurden. Durch dieses Verhalten „lehrt er uns den aufrechten Gang“, den es bei Mitarbeitern der Kirche nicht immer gebe, sagte Lux.

An der Demonstration nahmen mit Stadtverordnetenvorsteher Franz-Joef Lewe und Pfarrer Gert Merkel aus Fürstenhagen auch zwei Kuratoriumsmitglieder teil. Im Namen beider versprach Merkel sich für den Erhalt des gesamten Vereins einsetzen zu wollen. In seiner Rede wurde deutlich, dass Lewe und Merkel im Kuratorium offenbar relativ allein dastehen. „Mehr können wir nicht versprechen“, sagte Merkel. Die Unterstützung der Kommunalpolitik versicherte auch Bürgermeister Jürgen Herwig. (clm)

Mehr zu diesem Thema in der Freitagsausgabe der HNA Witzenhäuser Allgemeine.

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