Bischhausen. Morgen sollen die Draisinen in Waldkappel-Bischhausen rollen. Eine für vier und eine für sechs Personen. Start ist um 11 Uhr an der Haltestelle am Dasbach.
Deutschlandweit einmalig ist die Besonderheit, dass die Draisinenfahrer nicht vor dem Bahnübergang anhalten müssen, wie es eigentlich üblich ist, sondern dass auf dieser Strecke die Draisinen – wie die Züge – vorfahrtberechtigt sind und die Autofahrer dann vor geschlossener Schranke warten müssen.
Allerdings müssen dann die Draisinenfahrer die für sie gültigen Signale beachten, die an der Strecke aufgestellt sind, um die Zugfolge zu regeln und den Bahnübergang im Fohntal sicherer zu machen.
Das klingt nach kompletter Wiederinbetriebnahme der Strecke, ist aber nicht ganz so. Es sind Feldwege ohne nennenswerten Verkehr, und an den Bahnübergängen sind richtige, funktionsfähige Schranken installiert – der ganze Stolz von Romano Sawikowski, dem eisenbahnverrückten Lokführer, der mit seinem Verein zum Erhalt von Signal- und Sicherungstechnik hier quasi ein Freilichtmuseum für Signaltechnik erschaffen hat.
Auf zwei Kilometern Bahndamm sollen Interessenten künftig Draisine fahren können, zum Spaß oder im Wettkampf.
Und der Clou ist, dass diese schweren Gefährte am Ziel nicht mühsam umgesetzt werden müssen, sondern für die Rückfahrt einfach umgekuppelt werden.
Auch wenn die Vereinsmitglieder schon viel erreicht haben, so stehen sie noch immer am Anfang, betont Vorsitzender Romano Sawikowsky. Vieles hängt von der Unterstützung durch Spender und Sponsoren ab, weil zum Beispiel allein der Lkw-Transport von Signalmasten und Schranken mit mindestens 500 Euro zu Buche schlägt. Und auch die Unterhaltung der Strecke kostet Geld.
Daher ruft der Verein zu Spenden auf, um den Ausbau der Strecke und der Signaltechnik voranzutreiben, da es immer schwieriger wird, alte Teile zu bekommen, um diese der Nachwelt zu erhalten.
Kontakt ist möglich unter Tel. 01 51/40 15 25 38, wo man sich auch nach den Terminen und Zeiten für Draisinenfahrten erkundigen kann, die ab Samstag möglich sind.
Bei den Schienenfahrzeugen handelt sich übrigens um original Bahnmeisterdraisinen, auch Fahrraddraisinen genannt, die Romano selbst in Polen und Mecklenburg-Vorpommern abgeholt hat. Er kann es kaum abwarten, die Schranken per Hand zu schließen und zu öffnen und per Streckentelefon das Abfahrtssignal für die Draisinen zu geben.
Die Anfahrt zur Haltestelle ist ab der Bundesstraße 7 ausgeschildert. Am Ortseingang von Waldkappel kommend führt der Weg nach Norden. • Infos: www.ves-bahn.de
Von Helmut Mayer



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