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Eisenbahnverrückter Lokführer baut an einem Freilichtmuseum für Signaltechnik

Draisinen auf die Schienen

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Bischhausen. Gegenüber dem Bahnhof in Waldkappel-Bischhausen aufgewachsen, lässt die Eisenbahn Romano Sawikowski nicht los. Der 36-Jährige arbeitet als Lokführer im Betriebsdienst der Deutschen Bahn und ist Vorsitzender des 15-köpfigen Vereins zum Erhalt von Signal- und Sicherungstechnik mit Mitgliedern in ganz Deutschland. Nun nähert sich sein Traum einer Teilreaktivierung der einspurigen Bahnlinie oberhalb Bischhausens der Verwirklichung.

Toller Plan: Romano Sawikowski hat den Streckenabschnitt in der Flur Fohntal prima in Schuss gebracht. Das Nebengebäude des in den 1970er Jahren abgerissenen Bahnwärterhäuschens gehört den Jagdgenossen als Futterlager. Die Schranke und zwei weitere lassen sich von hier aus per Handkurbel öffnen und schließen, die Telefone entlang der Strecke sind funktionsfähig. Foto:  Mayer

Toller Plan: Romano Sawikowski hat den Streckenabschnitt in der Flur Fohntal prima in Schuss gebracht. Das Nebengebäude des in den 1970er Jahren abgerissenen Bahnwärterhäuschens gehört den Jagdgenossen als Futterlager. Die Schranke und zwei weitere lassen sich von hier aus per Handkurbel öffnen und schließen, die Telefone entlang der Strecke sind funktionsfähig. Foto:  Mayer

Anderenorts zugewachsen und verwuchert, sieht die Gleisanlage aus wie neu. Telefonmasten mit glänzenden Kabeln stehen parallel zur Schiene, drei Bahnübergänge mit Schranken und sogar funktionsfähige Streckentelefone findet man hier. Um das Ganze noch realistischer erfahren zu können, sollen hier demnächst Fahrraddraisinen rollen – ein Spaß, für den man bislang noch ins thüringische Lengenfeld unterm Stein fahren muss. Die original Bahnmeisterdraisinen sind bestellt, müssen an den Endpunkten nicht umgehoben werden, umkuppeln reicht aus.

Der Verein hat zwei Kilometer Bahndamm vom Kromberg bis nach Hegenhausen, so heißen die Flurstücke zwischen Bischhausen und Waldkappel, gepachtet; die drei Bahnübergänge wurden einst für jeweils 200 Mark gekauft.

Seit zehn Jahren arbeitet Romano Sawikowski ehrenamtlich an der Strecke, musste manches Hindernis aus dem Weg räumen. Anwohner befürchteten gar die Wiederaufnahme des Schienenverkehrs und langes Warten vor ferngesteuerten Schranken. Der 36-Jährige konnte sie beruhigen. Hin und wieder nach Anmeldung einige Draisinenfahrten und gar nicht bis in die Ortslage hinein sollen es werden.

„Wir unterstützen dieses Vorhaben und wünschen größtmöglichen Erfolg“, hat die Werratal-Touristik ihm geschrieben und zugesagt, sein Draisinenangebot in die Broschüren der Region aufzunehmen.

Noch Signale einsammeln

Verdienen will der Idealist Sawikowski nichts damit, würde sich vielmehr freuen, wenn ein Unternehmen ihm einen Sammeltransport ermöglicht, um Schrankenbäume und Signale in Deutschland einzusammeln, damit sein Freilichtmuseum für Signaltechnik noch realistischer wird und die Herzen von Eisenbahnfans höher schlagen beim Anblick.

Im Juli soll es losgehen mit der Draisine, Romano Sawikowskikann es kaum abwarten.

Von Helmut Mayer

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