Werra-Meißner. Auf die Gefahren, die auf Eisflächen lauern, weisen die DLRG-Ortsgruppen im Werra-Meißner-Kreis. So sind Eisdecken nicht überall ausreichend tragfähig. In der Nähe von Zuflüssen und Mündungen, an Abläufen von Staustufen und gerade im Bereich von Brücken, Steganlagen oder Bootsanlegern sind die Eisflächen auch nach längeren Frostperioden stets brüchig.
Die längere Sonneneinstrahlung tagsüber taut die Oberflächen an und verändert so beinahe im Minutentakt die Tragfähigkeit des Eises, „Informieren Sie sich, bevor Sie auf eine Eisfläche treten, genau über das Risiko und halten Sie nach geeigneten Rettungsmitteln Ausschau. Befolgen Sie dazu vor allem die aufgestellten Verbotsschilder der Städte und Gemeinden“, warnt Gerd-Peter Brübach (Witzenhausen) im Namen der DLRG-Organisationen im Werra-Meißner-Kreis.
„Legen Sie sich vorsichtig auf den Bauch, um Ihr Körpergewicht möglichst breit zu verteilen und bewegen Sie sich langsam rückwärts.“
Tipp, wenn es unter den Füßen knackt
Ein leises Knarren oder Knacken unter den Füßen können die ersten Alarmzeichen sein. „Legen Sie sich dann vorsichtig auf den Bauch, um Ihr Körpergewicht möglichst breit zu verteilen und bewegen Sie sich langsam rückwärts, möglichst in Richtung des nächstgelegenen Ufers,“ lautet die Handlungsempfehlung der DLRG. Sollten Sie bereits eingebrochenen Verunglückten helfen müssen, verständigen Sie in jedem Falle zuerst die Rettungsdienste und Feuerwehren über die Telefonnummer 112 und versuchen Sie dann, dem Eingebrochenen Gegenstände zu reichen, an denen er sich aus dem Wasser ziehen kann.
Nähern Sie sich der Einbruchstelle nur auf dem Bauch liegend, bis Sie dem Verunglückten einen langen Stock, eine Stange oder ähnliches anreichen können. „Der Sprung ins Wasser ist für den Retter ohne Schutzanzug ebenso lebensgefährlich wie das ,Hinterhertauchen’ unter die Eisfläche“, appelliert die DLRG an die Vernunft der Helfenden.
Wer sich aus einer Einbruchstelle befreit hat, gehört auf jeden Fall in ärztliche Behandlung. Alle Unterkühlten sind vorsichtig unter möglichst geringer Körperbewegung von nasser Kleidung zu befreien, in warme Decken zu hüllen und nach Möglichkeit in einen gewärmten Raum zu bringen.
„In keinem Falle dem Verletzten Kaffee, starken schwarzen Tee oder gar Alkohol verabreichen,“ warnt die DLRG vor schlimmen Folgen auf den Blutkreislauf.
Verlangt der Verletzte unbedingt nach Getränken, können lauwarmes Wasser oder Fruchtsäfte gereicht werden.
Allerdings sind die Rettungsdienste in der Regel auch spätestens zehn Minuten nach dem Notruf am Einsatzort und übernehmen dann die weiteren Maßnahmen. (sff)



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