Velmeden. Gisela und Karl Engelmohr, Zeitungsausträger in Velmeden, sind das frühe Aufstehen gewöhnt. Denn wenn die Zeitung nicht pünktlich in der Box steckt, gibt es Beschwerden. In diesen Tagen macht die eisige Kälte den beiden allerdings die routinierte Arbeit schwerer.
Mitten in der Nacht werden die Zeitungen stapelweise in der Baßbergstraße angeliefert. Vor fünf Uhr steht Gisela Engelmohr auf, ihr Mann Karl braucht an jedem Morgen immer noch ein bisschen länger. Aber wenn er dann wach ist, geht es gleich los. „So liegt ein ganzer Tag noch vor einem“, erklärt der 65-Jährige.
Aber bei diesen Temperaturen dauert es auch mit dem Anziehen ein bisschen länger. Morgens sind es minus zehn Grad. Da muss Gisela schon einmal lange Unterhosen, ein Paar Strumpfhosen und eine Thermohose anziehen. Dicke Wollsocken sind auch Pflicht. Außerdem muss sie sich das Gesicht dick eincremen, denn bei diesem Wetter dauert ihre Zeitungsrunde länger.
Zwei Paar Handschuhe bringen sie etwas aus dem Rhythmus. „Es hapert etwas an der Koordination, man kann nicht wie gewohnt zugreifen“, erklärt die 62-Jährige. Ihr Mann meint: „Dieser Tage holen wir die dickste Kleidung aus dem Schrank. Das hält einen warm.“ Dicke Mützen schützen die Ohren und werden so früh am Morgen noch tief ins Gesicht gezogen. Das allmorgendliche Anziehen dauere bei der Kälte schon gute zehn Minuten länger. Dann schwingen sie sich auf ihre Fahrräder und los geht’s.
Aber es gäbe noch schlimmere Wetterlagen. Bei Schnee muss das Ehepaar nämlich die Fahrräder stehen lassen und die Trolleys der Mutter werden mit Zeitungen voll gepackt. Bei Nässe seien alle hohen Treppen gefährlich, weil viele einfach rutschig sind. „Manche sollten sich überlegen den Zeitungskasten am Fuß der Treppe zu installieren“, meint die Zustellerin.
Das Ehepaar bessert sich mit der Tätigkeit seine Rente etwas auf. Gut gelaunt zählen sie die Vorteile der Nebentätigkeit auf. In den frühen Morgenstunden begegne man nur sehr wenigen Leuten. „Man spart sich das lange Zurechtmachen“, sagt Gisela Engelmohr. „So früh am Morgen muss man nicht komplett gestylt anderen begegnen, und man hält sich fit.“



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