Fürstenhagen. Lesen, spielen, gemeinsam Zeit verbringene – Schüler der Hirschbergschule in Rommerode besuchen regelmäßig die Bewohner des Pflegezentrums Fürstenhagen, um ihnen etwas vorzulesen oder um eine Partie Mensch ärgere Dich nicht zu spielen.
Seit 2007 kommen die Schüler zu den Senioren. Ins Leben gerufen hatte dieses Projekt Lehrerin Petra Ertl, die immer wieder versucht, neue junge Leute zu finden, die mitmachen.
Nun hat sich die Gruppe beim Mach-MitMensch-Wettbewerb der Bürgerstiftung beworben. Bei der Präsentation vor der Wettbewerbsjury am Mittwoch gab es nun noch eine besondere Überraschung für alle: Einige Schülerinnen tanzten eine einstudierte Choreografie zu modernen Popsongs. Solche Musik hört man im Heim wohl eher selten, aber darum geht es ja auch bei dem Projekt – um den Austausch der Generationen.
„Die Schüler können hier eine Menge in Sachen Sozialkompetenz lernen“, sagt Ertl. Zudem könnten sie durch das Vorlesen ihre Lesefähigkeit verbessern und beim Spielen auch mal lernen zu verlieren und Geduld zu haben.
Die Schülerinnen Vanessa Linne und Angelina Zuccarello lasen zum ersten Mal vor. Sie haben sich das Buch „Oma“ von Peter Härtling rausgesucht. Gespannt lauschen Holger Schulz-Pecat und Renate Heller den jungen Vorleserinnen, die abwechselnd das erste Kapitel „Wie Kalle zu Oma kam“ vorlasen. „Ich komme sehr gern hierher“, sagt Vanessa. Ihre Oma arbeite hier im Pflegezentrum und sie habe einige Freunde hier, die sie sowieso regelmäßig besuche. So ein Engagement wünscht sich Ertl und begrüßt auch das Pflegeheim. „Die Teenies bringen richtig leben ins Haus“, sagte Pflegedienstleiterin Susanne Appel-Grundmann. Dabei reiche schon die bloße Anwesenheit der Jugendlichen aus und die Wirkung sei bombastisch.
Für den zweiten Mach-MitMensch-Wettbewerb der Bürgerstiftung Werra-Meißner haben sich 13 Schüler- und Jugendteams mit insgesamt 170 Jugendlichen beworben. Sie haben sich Gedanken gemacht zu den Fragen: Was verbindet und unterscheidet Jung und Alt? Was bringt die Generationen zusammen? Die Bewerbungen erfolgen dieses Mal nicht nur schriftlich, die Gruppen haben auch eine Präsentation vorbereitet. (wr)
Von Diana Rissmann



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