Hoher Meissner. Das Naturpark-Mobil ist ein Erfolgsmodell: Die fünf Rangerinnen werden die Bilanz des Vorjahres 2011 wohl übertreffen, 122 Buchungen liegen bereits vor und es gibt neue Themen, die in noch mehr Kindergärten und Schulen vorgestellt werden. 2010 steuerten sie an 55 Tagen elf Grundschulen und zehn Kindergärten an, besuchten dazu öffentliche Veranstaltungen, warben so nachhaltig für den Park und die Natur.
„Wir hatten 160 Einsätze“, sagt Anja Laun, die im Naturpark-Büro arbeitet und als Rangerin mit dem Naturparkmobil auf Achse ist. Mehr als 3100 Kinder haben allein im Vorjahr das grüne Mobil und dessen Ausstattung kennengelernt. Mehr noch: Denn die Rangerinnen fahren nicht mit einem Spielmobil umher, obwohl es auch spielerisch Erlebbares im Angebot gibt. Zur Ausstattung von der präparierten Wildkatze bis zum Schaffell gehört ein Paket mit Lehrstoff zu sechs Themen. 2011 werden es acht sein.
Und die Frauen in Oliv finden bei den Kindern Gehör: „Wir sind keine Lehrer, und haben auch den Vorteil Spannendes zu vermitteln“, beschreibt Susanne Pfingst den Vorteil der Rolle, als Rangerin in die Schule zu kommen.
Während der Theoriestunden im Klassenraum ist den Rangerinnen aufgefallen, „dass einige Kinder Dinge aus der Natur gar nicht kennen, niemals angefasst haben“, wie Kathrin Beyer schildert. Dass selbst in einem ländlichen Raum solche Naturerlebnis-Defizite bei Kindern bestehen, wie häufig bei jenen in Ballungsräumen, ist Grund genug für die Rangerinnen auf Tour zu gehen und einen kleinen Teil der Natur mit dem grünen Fahrzeug bis auf den Schulhof zu bringen.
„Wir schließen eine Lücke, ergänzen das Lehrangebot von Schule und Kindergarten“, beschreibt Naturpark-Geschäftsführer Marco Lenarduzzi und fügt an: „Aber Umweltpädagogik ist ja auch eine Aufgabe des Naturparks.“ Nach dem Lernen mit den Rangerinnen in der Schule oder im Kindergarten wird es spannend: Es geht zum Naturerleben in den Wald. Dort wird das Erlernte vertieft – „mit allen Sinnen“, wie Anja Blankenburg sagt.
Darauf sind die Rangerinnen vorbereitet: Blankenburg und Susanne Pfingst haben ihr Waldpädagogik-Zertifikat erworben. Die Ausbildung mit Praktika und Prüfung dauerte ein Jahr.
„Die qualifizierte Arbeit der Rangerinnen ist der Garant für den Erfolg des Naturpark-Mobils“, wertet der Chef der fünf Frauen, Marco Lenarduzzi, der seinen „Rangerinen“ wie er sie scherzhaft nennt, viel freie Hand lässt. Und die nutzen den Freiraum: „Wie sitzen zusammen und entwickeln Themen, verbessern die Angebote“, sagt Susanne Pfingst. „Wir sind offen“, lacht Anja Laun.
Apropos Lachen: Das gehört bei den Rangerinnen dazu, vor allem, wenn sie sich treffen. „Die Arbeit macht viel Spaß und das Miteinander erst Recht“, sagt Rangerin Laun lächelnd.
Von Thomas Kopietz



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