Werra-Meißner. Das Netz für den schnellen Breitband-Internetzugang im Werra-Meißner-Kreis soll bis Ende 2013 komplett ausgebaut sein. Das habe Frank Richter, Geschäftsführer von Netcom (Kassel), in der jüngsten Sitzung des Kreistags-Ausschusses für Kreis- und Regionalentwicklung versichert.
Das teilte Ausschussvorsitzender Dr. Wolfgang Kistner (SPD) auf Anfrage mit.
Nach den Problemen mit der Firma Mega Access wird der begonnene Netzausbau über Funktechnik vom neuen Kooperationspartner Netcom fortgeführt. Man habe erhebliche Mängel im bisherigen Netzausbau beheben müssen, berichtete Richter. Den Weg, den der Landkreis beschritten habe, bezeichnete er laut Dr. Kistner als "Bahn brechend für Hessen", zumal in einem solchen Vorhaben "investive und technische Risiken" lägen.
Mit der Kundenwerbung will Netcom erst beginnen, wenn die technischen Voraussetzungen im jeweiligen Ort für eine einwandfreie Nutzung durch Kunden gesichert seien. Dies benötige seine Zeit, wie es beim Ausbau jeder anderen Infrastrukturmaßnahme auch der Fall sei, so Richter.
Ein solcher Netzausbau kann als Zwischenschritt im digitalen Infrastrukturausbau gesehen werden. Es gehe letztlich darum, dass die ländlichen Räume sich in der digitalen Infrastruktur nicht abhängen lassen. "Keine digitale Spaltung zwischen Stadt und Land", betonte Gastreferent Jürgen Walther, der Geschäftsführer der Odenwald-Regionalgesellschaft ist. Er berichtete dem Ausschuss über den Ausbau des Breitbandnetzes mittels Glasfaserverbindung im Odenwaldkreis. Mit der Glasfaser ließe sich die Datenübertragung um ein Vielfaches beschleunigen.
Diese neuen Hochleistungsnetze sind für die wirtschaftliche Entwicklung ländlicher Räume eine unabdingbare Voraussetzung, meinte Walther. Es komme darauf an, neben formalen rechtlichen Prüfungen in enger Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden einen gemeinsamen Ausbau auf den Weg zu bringen. Hierbei sei es ganz wichtig, sagte Walther, die Bürger als zukünftige Kunden beziehungsweise als jeweilig Betroffene in die Phasen der Realisierung eines solchen Vorhabens einzubeziehen.
Oliver Brunkow, Projektbeauftragter bei der WFG, berichtete, dass der Ausbau des Breitbandnetzes des Werra-Meißner-Kreises in den zukünftigen nordhessischen Entwicklungsprozess eingebettet sei.
Ausschuss-Chef Dr. Kistner empfahl in seiner abschließenden Zusammenfassung, es sollten politische Entscheidungen getroffen werden, "wie wir im Werra-Meißner-Kreis auch im Blick auf die Konkurrenzfähigkeit unserer heimischen Wirtschaft digitale Infrastruktur optimieren." Ihm schwebt dabei eine enge Zusammenarbeit des Kreises mit den Städten und Gemeinden, der Wirtschaft und den Bürgern vor. (sff)
Rubriklistenbild: © dpa


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