Ermschwerd. Fünf mögliche Standorte für Windenergieanlagen im Stadtgebiet nennt das Frauenhofer-Institut in einem Gutachten. Jetzt formiert sich im Werratal neuer Widerstand der Bürgergruppe windkraftfreies Werratal.
Zwei Standorte werden als besonders geeignet eingestuft: unweit der A 7 bei Ellerode und am Wasserwerk bei Stiedenrode. Dieser neue Standort wird derzeit von den Stadtwerken näher untersucht. Mit einer ersten Veranstaltung ist die Bürgergruppe windkraftfreies Werratal im Ermschwerder Schloss jetzt neu durchgestartet.
Ziel ist nach den Worten von Sprecher Wolfgang Böttcher, alle Ortschaften im Witzenhäuser Westen ins Boot zu holen. So waren die Ortsbeiräte von Ziegenhagen, Blickershausen, Gertenbach, Albshausen, Berlepsch-Ellerode und Ermschwerd denn auch bei dem Termin vertreten.
All diese Orte könnten betroffen sein. Die neuen Windräder seien höher als frühere Typen ausgelegt und erreichten mit dem Rotorblatt eine Höhe von bis zu 200 Metern, befürchtete Referentin Heidi Rettberg. Demnach würden die Anlagen aus 20 bis 30 Kilometern sichtbar sein. Dies sei ein massiver Eingriff in die Landschaft der Region.
Es gebe zwar Mindestabstände zur Wohnbebauung, gleichwohl müssten sich Anrainer auf erhebliche Belastung durch Rotoren-Geräusche und Schattenwurf einrichten. Besonders gravierend werde nachts das stetige Blinken sein: Disko-Effekt im Werratal. An ungestörte Nachtruhe sei nicht zu denken. Die Grundstücke in der Nähe verlören an Wert. Rettberg selbst wohnt mit ihrer Familie jenseits der Autobahn, kämen jetzt noch die Windräder, würde der Standort wertlos.
Problematisch seien Windräder im Werratal auch aus Naturschutzgründen: Nach wie vor habe der geschützte Rote Milan hier Brutstätten. Das führte 2008 dazu, dass Ellerode aus dem Regionalplan genommen wurde.
Weite Teile des Kreises seien geschütztes Gebiet, so Rettberg, es werde kaum möglich sein, Standorte für Windräder zu finden, die Natur und Anwohner nicht belasten: Der Werra-Meißner-Kreis sei denkbar ungeeignet. BI-Sprecher Böttcher rief dazu auf, sich nichts überstülpen zu lassen. Wörtlich: „Die Energiewende darf nicht alles rechtfertigen.“
Mehr zu diesem Thema in der Dienstagsausgabe der HNA Witzenhäuser Allgemeine.



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